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Kafala-System

Äthiopische Sklavin zu verkaufen – bei Interesse PN

In vielen Golfstaaten kümmern sich ausländische Arbeitskräfte um den Haushalt und die Kinder. Sie werden ausgebeutet, misshandelt und haben kaum Rechte. Die Struktur dahinter steht aber kaum zur Debatte – die Bevölkerung glaubt an das Kafala-System, auch im Libanon.

vonJulius Gabele und Cornelia Schimek
Veröffentlicht am 02.03.2020
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Trotz des weltweiten Verbots gibt es heute so viele Sklaven wie noch nie.1 Rund 40 Millionen Menschen leben aktuell unter Bedingungen, die von der Nichtregierungsorganisation Anti-Slavery International als »moderne Sklaverei« eingestuft werden.2 Sie arbeiten beispielsweise in südostasiatischen Textilfirmen, in westafrikanischen Bergwerken, als Sexsklavinnen in Osteuropa oder für Drogenkartelle in Lateinamerika. Die Menschen werden ausgebeutet, misshandelt, zwangsverheiratet, haben meist keinerlei Rechte und Freiheiten. Die Rahmenbedingungen der modernen Sklaverei unterscheiden sich kaum von denen der Sklaverei, die man aus den Geschichtsbüchern kennt.3 Vor allem in den Golfstaaten hat sich ein System entwickelt, das die strukturelle Ausbeutung von Gastarbeitern gesetzlich legitimiert – das Kafala-System.

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