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Documenta

Antisemitismus ist nicht von der Kunstfreiheit gedeckt

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Auf der Kunstausstellung in Kassel wurde an zentraler Stelle ein Werk mit antisemitischen Inhalten gezeigt. Nach vehementen Protesten wurde es nun mit einem Vorhang verdeckt.

Sowohl die Leitung der Documenta als auch das verantwortliche indonesische Künstlerkollektiv verwiesen in öffentlichen Erklärungen auf den Entstehungskontext des Werkes. Gefertigt wurde es zu Beginn der 2000er-Jahre als Kampagne gegen Militarismus, ausbeuterischen Kapitalismus und die Verhältnisse in Indonesien.

Warum für diese Kampagne antisemitische Hetze betrieben werden musste, geht aus den veröffentlichen Statements allerdings nicht hervor. Im Gegenteil: Diese wird nicht einmal als solche benannt. Stattdessen ist die Rede von einer "im politischen Kontext Indonesiens verbreitete[n] Symbolik" und davon, dass "Figuren, Zeichen, Karikaturen und andere visuelle Vokabeln in den Werken [...] kulturspezifisch" seien.

Wie problematisch derartige Rechtfertigungsversuche sind, zeigen Forschungen zum Antisemitismus seit Jahren. Statt sich offen mit antisemitischen Vorurteilen und Bildern auseinanderzusetzen, werden diese ignoriert und als vermeintlich harmlos abgetan.

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Geboren 1986, ist seit 2020 Redakteur bei KATAPULT. Er hat Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg und Greifswald studiert und wurde mit einer Arbeit im Bereich Politische Ideengeschichte promoviert. Zu seinen Schwerpunkten zählen die deutsche Innenpolitik sowie Zustand und Entwicklung demokratischer Regierungssysteme.

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