Zum Inhalt springen

Rohölpreis

160 Liter Öl und 38 Dollar zu verschenken

Von

Artikel teilen

Der Grund für den Preissturz ist der Einbruch der Nachfrage aufgrund der Corona-Krise. Die Ölproduzenten fahren deshalb die Produktion herunter und mieten zusätzliche Tankschiffe als Lager an. Anfang des Monats beschloss die OPEC, die Vereinigung der wichtigsten erdölproduzierenden Länder, einen Produktionsrückgang von zehn Prozent, der größte in ihrer 60 Jahre langen Geschichte.

Wieso sank ausgerechnet gestern der Preis zeitweise ins Negative? Der 20. April ist der Stichtag für den Handel sogenannter Mai-Futures. Ein „Future“ gibt dem Käufer die Möglichkeit, ein Produkt zu einem heutigen Preis zu erwerben, aber es erst später - in diesem Fall im Mai - zu erhalten und zu bezahlen. Für Rohöl im Mai ist die Nachfrage sehr gering. Die Händler verkauften ihre Mai-Futures also. Aktuell liegt der Preis wieder bei rund fünf US-Dollar pro Barrel.

Juni-Futures kosten momentan noch 20 US-Dollar. Ölexperten scheinen die Lage im Juni als wieder etwas entspannter einzuschätzen.

Aktuelle Ausgabe

KATAPULT ist gemeinnützig und unabhängig. Wir finanzieren uns durch Spenden und Abonnements. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.

KATAPULT abonnieren

Fußnoten

  1. Walker, Andrew: US oil prices turn negative as demand dries up, auf bbc.com (21.4.2020).
  2. CME Group: Crude Oil Futures Quotes, auf cmegroup.com (Stand: 21.4. um 17:30 Uhr).
  3. Gojdka, Victor: Ölpreis rutscht erstmals ins Negative, auf sueddeutsche.de (21.4.2020).

Autor:innen

Hat Deutsch-Lateinamerikanische BWL in Münster und Mexiko City studiert. Seit April 2020 ist sie Projektleiterin bei KATAPULT.

Neueste Artikel

Sklavenhalter und ehemalige Sklavin teilen sich 20-Dollar-Schein

Die Anti-Sklaverei-Aktivistin Harriet Tubman soll in Zukunft den 20-Dollar-Schein der USA zieren.

Bündnis gegen rechts bröckelt

Das rechtspopulistische Rassemblement National könnte erstmals Mehrheitspartei in französischen Regionalparlamenten werden. Ein Vorzeichen für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr?

Na klar, Frauen werden ja eh irgendwann schwanger!

Gebärfähige Frauen sollen bitte keinen Alkohol trinken, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Nur: gebärfähig heißt eben nicht gebärwillig.