Staatsbankrott
Immer wieder blank
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Historisch betrachtet ist ein Staatsbankrott kein seltenes Ereignis. Es kommt auch dann vor, wenn ein Staat eigentlich noch genug Geld hat. Von BENJAMIN FREDRICH



Was für Frankreich die Revolution ist, ist für südamerikanische Staaten die Insolvenz – politische Kultur. In den letzten 200 Jahren haben sich südamerikanische Staaten regelmäßig überschuldet.

Auch Deutschland1 und Österreich-Ungarn hatten mehrfach durch Kriege verursachte Insolvenzen durchlaufen. Dabei muss das nicht immer heißen, dass diese Länder ihre Kredite nicht hätten bedienen können.

Wenn ein Staat seine Schulden nicht mehr zurückzahlen kann oder will, ist er bankrott. Ein Bankrott kann deshalb auch ein vom Schuldner gewolltes Ereignis sein. Zahlungsunfähigkeit müsste in diesem Fall durch das Wort "Zahlungsunwilligkeit" ersetzt werden.2

Die negative Haltung zur Kreditlage eines Staates entstand historisch oft dann, wenn eine neue Regierung die Kreditlasten der alten Regierung nicht akzeptierte. Es ist deshalb eher eine Ablehnung gegen die politischen Vorgänger als gegen die Gläubiger.

So gesehen ist die Ablehnung der neuen griechischen Regierung vielmehr gegen die griechische Finanzpolitik der letzten Jahrzehnte gerichtet als gegen die EU.



[1] Preußen und Deutschland
[2] Beispielsweise in Argentinien 2002.



20.04.2015
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