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Gräueltaten im Krieg

Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe

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Ukrainische Geflüchtete erzählen von schweren Übergriffen und Misshandlungen des russischen Militärs.

Wie viele Fälle von sexualisierter Gewalt in der Ukraine tatsächlich passieren, werden die Vereinten Nationen erst nach langer Aufklärungsarbeit wissen. Und auch dann werden sie nur einen Bruchteil davon dokumentieren können.

In Kriegen kommt es immer wieder zu sexualisierter Gewalt. Mitunter steckt dahinter eine militärische Strategie. Sie ist ein Mittel, den Feind physisch und psychisch zu schädigen, zu unterdrücken und zu demütigen. Die Betroffenen sind oft langfristig stigmatisiert. Sie berichten von gewaltvoller Penetration, Genitalverstümmelung und Sterilisation sowie erzwungener Nacktheit, Masturbation oder Inzest. Nicht nur Frauen und Mädchen sind davon betroffen. Doch Männer und Jungen sprechen seltener darüber als Frauen. Sie werden auch bei der Aufarbeitung vor Gericht viel weniger wahrgenommen: Während die anale Penetration als Vergewaltigung eingestuft wird, gelten andere sexuelle Übergriffe auf Männer und Jungen oft als Folter.

Lange wurde das Thema international weitgehend ignoriert. Erst seit dem Jahr 2000 gibt es eine UN-Resolution, die Betroffene besser schützen soll. Und erst seit 2013 werden auch männliche Betroffene als Opfer verstärkt beachtet. Die tatsächlichen Fallzahlen sexualisierter Gewalt liegen insgesamt jedoch viel höher, als offiziell erfasst. Bis heute dokumentieren hauptsächlich Nichtregierungsorganisationen solche Fälle. Die Vereinten Nationen schätzen, dass auf eine gemeldete Vergewaltigung zehn bis 20 tatsächliche kommen.

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KATAPULT-Redaktion

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