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Transatlantische Beziehungen

Neutral zwischen den Fronten

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Die Amtszeit Donald Trumps geht zu Ende. Was von ihr bleibt, ist hingegen offen. Einer aktuellen Umfrage des European Council of Foreign Research zufolge d├╝rften erhebliche Anstrengungen n├Âtig sein, das transatlantische Verhältnis wieder auf ein Vor-Trump-Niveau zu bringen. Zwar waren die USA und Europa ├╝ber viele Jahre engste Verb├╝ndete, inzwischen w├Ąchst ├Âstlich des Atlantiks jedoch die Skepsis gegen├╝ber den Vereinigten Staaten.

Nicht nur in Deutschland sind immer mehr Menschen der Meinung, den USA nach der Wahl Trumps vor gut vier Jahren nicht mehr trauen zu k├Ânnen. Die Bundesrepublik ist jedoch der einzige der elf befragten Staaten, in dem diese Meinung mehrheitlich vertreten wird.

Was folgt aus dieser Abkehr von den USA? F├╝r den Moment w├╝nschen sich die Europ├Ąer in erster Linie eine eigenst├Ąndige europ├Ąische Au├čenpolitik. Eine Hinwendung zur Gro├čmacht China ist f├╝r die gro├če Mehrheit der Befragten keine Option.

Dass die meisten Europ├Ąerinnen und Europ├Ąer sich im Falle eines Konfliktes zwischen den USA und China am liebsten neutral verhalten w├╝rden, liegt vor allem an gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen. Denn trotz der regelmäßigen Anschläge Trumps auf Gewaltenteilung und demokratische Prozesse fühlen sich viele Menschen in Europa noch immer als Teil einer transatlantischen Wertegemeinschaft. Was hiervon nach den j├╝ngsten Ereignissen in Washington, D.C. bleiben wird, ist eine weitere offene Frage.

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Footnotes

  1. Lindner, Peter: Das Vertrauen in die Amerikaner ist zerr├╝ttet, auf: sueddeutsche.de (18.1.2021). Ôćę
  2. Bertelsmann-Stiftung (Hg.): Umfrage: Europas Blick auf China und dem amerikanisch-chinesischen Konflikt. G├╝tersloh 2020, S. 8f. Ôćę

Authors


Tobias M├╝ller
geboren 1986, ist seit 2020 Redakteur bei KATAPULT. Er hat Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg und Greifswald studiert und wurde mit einer Arbeit im Bereich politische Ideengeschichte promoviert. Zu seinen Schwerpunkten z├Ąhlen die deutsche Innenpolitik sowie Zustand und Entwicklung demokratischer Regierungssysteme.

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