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Forschung

Klimawandelskeptiker bestätigt Klimawandel – mit Geld von Klimaleugnern

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Auch zahlreiche prominente Politiker sind nicht überzeugt. Sie bezeichnen die Erderwärmung als Ideologie oder Ersatzreligion – mit der sich viel Geld verdienen lässt.

Unter den Forschern hingegen gibt es kaum Skeptiker. Zu den prominentesten Kritikern gehörte lange Richard A. Muller, Physiker an der Universität von Kalifornien in Berkeley und bekannter Autor populärwissenschaftlicher Bücher. Er war überzeugt, dass die Voraussagen der etablierten Institute fehlerhaft seien. Die in den Modellen berechnete Erwärmung beruhe auf falschen Temperaturdaten und irrigen Annahmen. Um das zu beweisen, gründete er 2010 eine eigene globale Temperaturdatensammlung, das »Berkeley Earth Surface Temperature Project«. Die Finanzierung sicherten einflussreiche Klimaskeptiker, unter anderem die Brüder Charles und David Koch, die zu den wohlhabendsten Amerikanern zählen und auch die rechtskonservative Tea-Party-Bewegung unterstützen.

In mehrjähriger Arbeit trug Muller mit seinem Team Messdaten aus der ganzen Welt zusammen, die bislang nicht berücksichtigt worden waren, und wertete sie aus. Das Ergebnis: Tatsächlich wichen ihre Berechnungen von den bisherigen Modellen ab. Ihre eigene Temperaturdatenreihe prognostizierte sogar eine etwas stärkere Erwärmung als viele andere Szenarien.

Vom Skeptiker wandelte sich Muller zum Vertreter der wissenschaftlichen Mehrheitsmeinung. Er bestätigte 2012: Die geschätzten Erwärmungsraten der etablierten Klimaforscher seien korrekt, als Hauptverursacher gäben die Daten nur eine plausible Erklärung: den Menschen. Das Team arbeitet seitdem weiter an der Erforschung der Erderwärmung, einige frühere Förderer haben ihre Gelder jedoch gestrichen.

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