Zum Inhalt springen

Editorial: 100 Karten über die Ukraine und den Krieg

Souverän wie nie zuvor

Von

Artikel teilen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat mehrfach behauptet, dass es die Ukraine gar nicht gebe. Er spricht diesem Staat seine Souveränität ab, seine eigene Kultur und die Freiheit, selbst zu entscheiden, mit wem er Bündnisse eingeht. Eine Ukraine kann nach Putins Verständnis nur in »Partnerschaft« mit Russland existieren.

Eine Partnerschaft verlangt immer mindestens zwei zustimmende Parteien. Was aber, wenn eine von beiden gar keine Partnerschaft will? Was, wenn die andere trotzdem auf die Partnerschaft besteht? Was, wenn sie zudem deutlich mächtiger ist und einen Krieg beginnt, um die sogenannte »Partnerschaft« einseitig durchzusetzen? Dann nennt man das im klassischen Sinne Imperialismus. Was die russische Regierung versucht, ist die Unterwerfung eines vermeintlich schwächeren Nachbarn.

Putin hat seine Kampfschrift Zur historischen Einheit von Russen und Ukrainern mit dem Satz beendet: »Was die Ukraine sein wird, müssen die Bürger entscheiden.« Also los! Das hat das ukrainische Volk jetzt genau zweimal gemacht. Das erste Mal, als 1991 alle ukrainischen Oblasten für die Unabhängigkeit stimmten – übrigens auch die Krym. Beim zweiten Mal ist die Entscheidung noch viel klarer ausgefallen.

Diesmal hat keine Abstimmung gezeigt, wie sehr die Ukrainer:innen an die Ukraine glauben. Stattdessen ist es ihr entschlossener Widerstand gegen den russischen Angriffskrieg. Feinde von außen haben in der Geschichte schon oft Nationen zusammengeschweißt. Die ukrainische Armee wehrt sich, die ukrainische Politik wehrt sich, die ukrainische Bevölkerung wehrt sich – seit dem Überfall gibt es einen Zusammenhalt wie nie zuvor.

Die Ukraine besteht aus einem eigenständigen und souveränen Volk. Den Ukrainer:innen ist das schon lange bewusst. Durch den Einmarsch hat Putin seine Thesen selbst widerlegt. Mehr noch: Er hat der Weltöffentlichkeit das Selbstverständnis des ukrainischen Volkes als souverän und selbstbewusst vor Augen geführt. Denn die Ukraine hat der Welt gezeigt, dass sie sich nicht kampflos ergibt, sie hat bewiesen, dass er falsch­liegt und die Ukraine nicht zu Russland gehört. Putin hat ukrainische Held:innen erschaffen und so stark wie niemand zuvor die ukrainische Eigenständigkeit sichtbar gemacht. Spätestens seit Putins Invasion weiß die ganze Welt: Die Ukraine ist eine Nation.

Dieses Buch liefert mindestens 100 Beweise für die ukrainische Identität mit all ihren Facetten, Eigenheiten und Problemen. Es liefert Beweise für die Existenz einer Nation mit eigener Kultur und eigenem Selbstverständnis – unabhängig und souverän wie nie zuvor!

Die Karte stammt aus unserem Buch: 100 Karten über die Ukraine! Dieses Buch enthält 100 Geschichten rund um die Ukraine und den russischen Angriffskrieg. Der neue KATAPULT-Atlas zeigt, was im Moment in der Ukraine passiert, genauso wie das, was dort gerade zerstört wird. KATAPULT gibt dieses Buch in vier Sprachen heraus: Deutsch, Ukrainisch und Englisch. Und selbstverständlich auch auf Russisch.

Link zum Shop

Autor:innen

Ist einsprachig in Wusterhusen bei Lubmin in der Nähe von Spandowerhagen aufgewachsen, studierte Politikwissenschaft und gründete während seines Studiums das KATAPULT-Magazin.

Aktuell pausiert er erfolgreich eine Promotion im Bereich der Politischen Theorie zum Thema »Die Theorie der radikalen Demokratie und die Potentiale ihrer Instrumentalisierung durch Rechtspopulisten«.

Veröffentlichungen:
Die Redaktion (Roman)

Neueste Artikel

Über 10 Euro!

Ab heute gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 10,45 Euro pro Stunde. Eine Person, die Vollzeit arbeitet, hat nun Anspruch auf 110 Euro mehr im Monat.

Armut betrifft nicht nur „die anderen“

13,8 Millionen Menschen sind in Deutschland einkommensarm. Das ist ein neuer Höchststand.

Schwierige Beziehung

Die "Bild" entbindet ihre FC-Bayern-Reporterin, weil sie die neue Freundin von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann ist. Bei der" Welt" ist man da nicht so empfindlich. Die Verlobte von Bundesfinanzminister Christian Lindner bleibt Politik-Chefreporterin im hauseigenen TV-Sender. Kennt man ja von Lindner! Seine Ex-Frau war ebenfalls als Journalistin für "Welt" tätig.