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Coronavirus

Solidarität aus dem Palast

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Der Schauspieler und US-Politiker Arnold Schwarzenegger sitzt in seinem Whirlpool mit Sonnenbrille, gönnt sich eine Zigarre und filmt ein Video für seine Fans. Message: Er bleibt zu Hause. Genau das sei gerade wichtig, mahnt er seine Zuschauer: “Follow the orders, stay at home.” In anderen Videos füttert er seinen Esel Lulu und sein Pony Whiskey im Wohnzimmer seines Hauses - man müsse eben gerade drinnen bleiben. Boris Becker postet ein Video, auf dem zu sehen ist, wie er im Sonnenuntergang auf der Dachterrasse seiner Londoner Penthousewohnung für die Arbeit der Krankenhausangestellten klatscht. Schauspielerin Gal Gadot singt zusammen mit anderen Promis der US-Unterhaltungsbranche “Imagine” von John Lennon. Mit dabei sind millionenschwere Hollywood-Stars wie Will Ferrell, Jimmy Fallon und Sia. “Doesn't matter who you are, where you're from. We're all this together", sagt Gadot zu Beginn des Videos.

Viele Prominente nutzen momentan ihre Online-Reichweite, um über Covid-19 aufzuklären. Sie mahnen zur Geduld und Vorsicht oder zeigen sich berührt von Todesfällen und den wirtschaftlichen Auswirkungen für die Bevölkerung. Dabei betonen sie immer wieder, dass das gerade schwere Zeiten für alle wären und alle von der Pandemie gleichermaßen betroffen seien. Das stimmt nicht. Statistiken belegen, dass ärmere Menschen stärker von der Verbreitung des Viruses betroffen sind als Reiche, sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich.

Schwarze Menschen verdienen in den USA beispielsweise im Schnitt nur halb so viele wie Weiße. Sie haben häufiger Vorerkrankungen und einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig arbeiten sie überdurchschnittlich oft in Dienstleistungsbranchen mit höherer Ansteckungsgefahr, etwa im öffentlichen Nahverkehr, im Gesundheitswesen oder anderen Care-Berufen. Unter den Covid-19-Toten sind sie überproportional häufig vertreten. Auch sechs von zehn befragten Latinos gaben an, dass sie selbst oder jemand in ihrem Haushalt aufgrund der Krise seinen Job verloren habe. Bei den im Durchschnitt finanziell bessergestellten weißen US-Amerikanern ist der Anteil nur knapp halb so groß.

Viele Prominente weltweit werden aufgrund der Krise finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Allerdings ist nicht ihre Lebensgrundlage davon bedroht. Schwarzeneggers privates Vermögen beispielsweise wird auf 365 Millionen Euro geschätzt und Gal Gadot gilt als eine der bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods. Die ständige, unreflektierte Selbstinszenierung dagegen zeigt häufig die fehlende Fähigkeit vieler Prominenter, sich in die aktuelle Lage viele ihrer Fans hineinzuversetzen. Unter Schwarzeneggers Video schreibt ein Youtube-Nutzer in einem der meist-gelikten Kommentare: “Lasst uns ehrlich sein. Leute wie Arnold müssen nicht rausgehen. Er hat alles zu Hause - Whirlpool, Esel, ein Pferd und ein paar Babysitter. Trotzdem guter Ratschlag, bleibt drinnen, seid nicht dumm”.

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Autor*innen

Geboren 1993, ist seit 2017 Redakteur bei KATAPULT und vor allem für die Berichterstattung internationaler Politik zuständig. Er hat Geographie an der Universität Augsburg und der Universitat de Barcelona studiert. Er ist zudem als freiberuflicher Fotograf tätig. Zu seinen Schwerpunkten zählen geopolitische Konflikte und Entwicklungspolitik.

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