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Google-Autovervollständigung

Polen ist immer noch offen

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Deutschland ist... kein Staat – jedenfalls wenn es nach Google geht. Die automatische Vervollständigungsfunktion der größten Suchmaschine der Welt bietet überraschende wie auch verständliche Ergebnisse an.

Seit den Anschlägen in Paris ist Frankreich im Krieg und Polen ist seit jeher offen. Google weiß sowas immer zuerst. Es vervollständigt das, was dem Sucher am ehesten Helfen könnte, seine Suchanfrage zu formulieren.

Google sucht dabei im Internet nach besonders häufig vorkommenden Textpassagen oder aber nach häufig bereits eingebenen Suchanfragen.

Dass Polen offen und Deutschland kein Staat ist, liegt also an denen, die genau diesen Satz in Foren oder Artikel geschrieben haben, und an denen, die danach gesucht haben. So gesehen ist die Autovervollständigung ein Indikator für beliebte und häufig verwendete Sätze im Netz.

Ganz anders sieht die Suche aus, wenn nicht Staaten sondern Nationen vervollständigt werden. Die Vervollständigung ist hierbei grundsätzlich negativ: Deutsche und Amerikaner sind dumm, Franzosen feige und Engländer hässlich. Nur die Polen bekommen eine positive Eigenschaft zugeschrieben: Sie sind fleißiger.

Warum werden Nationen negativer beschrieben als Staaten?
Wer seinen Satz mit »Die Deutschen sind« anfängt, hat kaum noch eine Möglichkeit, ihn sinnvoll zu beenden. Der Satzanfang ist bereits der Fehler, denn er verleitet dazu, ethnische bis rassistische Aussagen zu treffen, die wiederum negativ sind, solange es nicht die eigene Nation betrifft.

Die Deutschen sind also im besten Fall lediglich deutsch, was auch immer das heißt. Wer dem »Volk« weitere verallgemeinernde Eigenschaften hinzufügt, lebt noch vor unserer Zeit.

Autor*innen

Ist einsprachig in Wusterhusen bei Lubmin in der Nähe von Spandowerhagen aufgewachsen, studierte Politikwissenschaft und gründete während seines Studiums das KATAPULT-Magazin.

Aktuell pausiert er erfolgreich eine Promotion im Bereich der Politischen Theorie zum Thema »Die Theorie der radikalen Demokratie und die Potentiale ihrer Instrumentalisierung durch Rechtspopulisten«.

Veröffentlichungen:
Die Redaktion (Roman)

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