Zum Inhalt springen

Die Angst vor der Leere

Mutige Kartografen

Von

Artikel teilen

Das ist das Forschungsergebnis von Chet van Duzer, einem Kartografiehistoriker vom »David Rumsey Map Center« der Stanford University. Er untersucht mittelalterliche Weltkarten und fand dutzende, die mit jeder Menge überflüssigen Illustrationen versehen wurden. Das war vor allem im 16. und 17. Jahrhundert verbreitet – und wurde von Auftraggebern wohl auch erwartet.

Neben Illustrationen sind häufig auch Textfelder in die Meere oder unerforschten Erdteile eingezeichnet. Laut van Duzer möglicherweise auch deshalb, weil die Kartografen so ihre Unkenntnis über unentdeckte Gebiete kaschieren konnten. Bis auf die Notiz eines namenlosen Kartografen, der den Horror vacui explizit thematisiert, bleibt die tatsächliche Motivation unbekannt. Es ist jedoch zu beobachten, dass die Ausschmückungen ab der Mitte des 18. Jahrhunderts zurückgingen. Unerforschte Gebiete blieben als leere Flächen bestehen. Mutig.

Aktuelle Ausgabe

Dieser Text erschien in der neunten Ausgabe von KATAPULT. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.
KATAPULT abonnieren

Mehr dazu: https://exhibits.stanford.edu/blrcc/feature/horror-vacui

Autor:innen

Neueste Artikel

Wellenbrecher ist Wort des Jahres

Seit der Corona-Pandemie wird der Begriff für Maßnahmen benutzt, die zum Schutz der Bevölkerung angewendet werden. Er kommt ursprünglich aus dem Küstenschutz.

AfD und Impfen

Die Regionen, in denen weniger vollständig geimpfte Personen leben, sind gleichzeitig auch die Regionen, in denen der Zweitstimmenanteil der AfD besonders hoch ist.

Deutschland vs. Österreich

Seit dem 3. Dezember hat Österreich einen neuen Bundeskanzler: Karl Nehammer. Der ehemalige Innenminister ist damit der dritte Kanzler innerhalb weniger Monate.