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Facebook-Studie

Lügen lohnt sich

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Während den traditionellen Massenmedien Meinungsbildung durch einseitige Berichterstattung vorgeworfen wird, verbreiten politische Hardliner falsche oder irreführende Nachrichten über ihre populären Facebook-Seiten – und haben damit Erfolg, wie eine Analyse des US-amerikanischen Medienunternehmens Buzzfeed ergab.

Das fünfköpfige Journalistenteam verfolgte im September sieben Tage lang die Postings von neun verschiedenen US-Facebook-Seiten: jeweils drei von den etablierten Medien, von extremen Linken und Rechten. Die Seiten hatten zwischen 0,5 und 4,1 Millionen Fans. Das Team untersuchte die insgesamt 2.282 Posts auf ihren Wahrheitsgehalt und fand heraus, dass die Beiträge der linken Seiten zu 19,1 Prozent überwiegend falsch oder irreführend (Mischung aus wahren und falschen Inhalten) waren, die der Rechten sogar zu 37,7. Demgegenüber veröffentlichten die Mainstreammedien nur 0,7 Prozent an irreführenden Meldungen. Falschmeldungen gab es hier gar nicht.

Was bei Letzteren zu einem Skandal führen würde, scheint das Erfolgsrezept der extremen Rechten und Linken zu sein. Ihre Posts mit irreführenden oder sogar überwiegend falschen Aussagen wurden fast immer deutlich häufiger geteilt als jene mit überwiegend wahren Aussagen. Erfolgreicher waren nur Posts mit nicht faktenbezogenen Inhalten wie reine Meinungsbeiträge oder Comics und Satire.

Von Raten wie denen der linken »Occupy Democrats«, deren irreführende Postings im Schnitt über 10.000 Mal geteilt wurden, können die Mainstreammedien indes nur träumen. Diese hohe Reichweite ist auch darauf zurückzuführen, dass »Occupy Democrats« mit 4,1 Millionen Fans die größte der untersuchten Seiten war.

Hier zeigt sich, welchen Einfluss die Sozialen Medien im Bereich der Meinungsbildung haben – im Falle der Falschaussagen ist vielleicht sogar der Begriff der Manipulation erlaubt. Filteralgorithmen sorgen verstärkend für ein extremes Meinungsbild.

US-Medien machen Facebook für Trumps Wahlsieg verantwortlich, das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Unabhängig von der »Schuldfrage« haben die Sozialen Medien aber ein manipulatives Potential – die Verantwortung, Inhalte auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, liegt letztlich beim Nutzer.

Quelle: Buzzfeed

Dieser Beitrag erschien in der aktuellen Druckausgabe von KATAPULT. Leider sind uns im Druck zwei Fehler unterlaufen, die wir hier berichtigt haben: Der Wert der irreführenden Meldungen extremer Rechter in der Grafik wurde auf 25,4 berichtigt. Der Rechenfehler im Text wurde korrigiert – der korrekte Wert der überwiegend falschen und irreführenden Meldungen der extremen Linken lautet 19,1.

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