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Studie

Hupen für mehr Infektionen

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„Spreading the Disease: Protest in Times of Pandemics“ von Martin Lange und Ole Monscheuer (Februar 2021).

Welchen Einfluss haben Corona-Leugner auf die Entwicklung des Virusgeschehens in Deutschland? Dieser Frage sind zwei Forscher aus Mannheim und Berlin nachgegangen. Ihre bislang nicht extern begutachtete Antwort: Die Querdenken-Demonstrationen im Herbst 2020 haben zu einem erheblichen Anstieg der Sars-Cov-2-Fallzahlen in den Heimatregionen der Demonstrierenden beigetragen.

Untersucht haben die Wissenschaftler den Zusammenhang mithilfe regionaler Fallzahlen und Busfahrplänen. Die Bewegung »Honk for Hope« (Hupen für die Hoffnung) protestierte ursprünglich für die Interessen von Busunternehmen während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020. Inzwischen gilt sie als Unterstützerin der Querdenken-Demonstrationen. Viele Teilnehmende seien mit Honk-for-Hope-Bussen zu den großen Demos nach Leipzig und Berlin gefahren, so die Forscher.

Sie betrachteten die Entwicklung der Fallzahlen in der Zeit nach den Demonstrationen in Leipzig und Berlin im Dezember 2020 und Januar 2021 – und zwar in Landkreisen, in denen Honk for Hope auch in kleineren Städten Stops unterhielt. In diesen seien sowohl die Infektionsrate als auch die Fallzahlen in den Wochen nach den Demonstrationen massiv gestiegen. Erstere um 35,9 Prozent, Letztere um knapp 14. Aus Sicht der Wissenschaftler sind die Anstiege das Ergebnis des Besuchs der Querdenken-Demos und der anschließenden Rückkehr in die Heimatregion, in der das Virus dann weitergegeben wurde. Andere signifikante Einflussfaktoren, die den Anstieg erklären könnten, konnten die Forscher nicht finden.

Die Ergebnisse sind vor allem für die Debatte um die zeitweise Beschränkung der Grundrechte bedeutsam. Eine uneingeschränkte Ausübung der Versammlungsfreiheit scheint gegenwärtig einen sehr hohen Preis zu haben: die Gesundheit der Mitbürgerinnen und Mitbürger.

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Autor*innen

Geboren 1986, ist seit 2020 Redakteur bei KATAPULT. Er hat Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg und Greifswald studiert und wurde mit einer Arbeit im Bereich politische Ideengeschichte promoviert. Zu seinen Schwerpunkten zählen die deutsche Innenpolitik sowie Zustand und Entwicklung demokratischer Regierungssysteme.

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