Zum Inhalt springen

Kriminalstatistik

Herkunft in der Berichterstattung nötig?

Von

Artikel teilen

Das ist eine starke Verzerrung im Vergleich zur polizeilichen Kriminalstatistik. Denn diese zeigt: Es gibt viel mehr deutsche Tatverdächtige. In den auflagenstärksten Medien Deutschlands stehen aber ausländische Bürger:innen viel häufiger im Fokus der Berichterstattung.

Generell zeigt sich aber auch, dass ein Großteil der Berichterstattung ohne die Nennung der Herkunft auskommt. Herkunft ist nicht entscheidend für Kriminalität. Das bestätigen Studien der kriminologischen Forschung. Vielmehr sind die Lebensumstände einer Person ausschlaggebend für Straftaten. Staatsbürgerschaft und Migrationshintergrund können dabei eine indirekte Rolle spielen - das gilt es aber im Einzelfall zu klären.

Journalist:innen sollten die Herkunft nur dann nennen, wenn es zum Verständnis der Tat beiträgt. Wenn beispielsweise bei einem Femizid die "Verteidigung der Ehre" eine Rolle gespielt haben kann, könnte dies dafür sprechen, die Herkunft des Tatverdächtigen in diesem Einzelfall zu nennen, um den Hintergrund der Tat besser zu verstehen.

Aktuelle Ausgabe

KATAPULT ist gemeinnützig und unabhängig. Wir finanzieren uns durch Spenden und Abonnements. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.

KATAPULT abonnieren

Autor:innen

Seit 2020 Redakteurin bei KATAPULT. Hat Journalismus und Kommunikation in Wien und Amsterdam studiert. Themenschwerpunkte sind Gesellschaftspolitik und feministische Themen. Macht auch Podcasts.

Neueste Artikel

Über 10 Euro!

Ab heute gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 10,45 Euro pro Stunde. Eine Person, die Vollzeit arbeitet, hat nun Anspruch auf 110 Euro mehr im Monat.

Armut betrifft nicht nur „die anderen“

13,8 Millionen Menschen sind in Deutschland einkommensarm. Das ist ein neuer Höchststand.

Schwierige Beziehung

Die "Bild" entbindet ihre FC-Bayern-Reporterin, weil sie die neue Freundin von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann ist. Bei der" Welt" ist man da nicht so empfindlich. Die Verlobte von Bundesfinanzminister Christian Lindner bleibt Politik-Chefreporterin im hauseigenen TV-Sender. Kennt man ja von Lindner! Seine Ex-Frau war ebenfalls als Journalistin für "Welt" tätig.