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Brexit-Abkommen

Fischkonflikt im Ärmelkanal

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Beinahe wäre es Anfang Mai dieses Jahres zu einer Seeschlacht im Ärmelkanal gekommen. Großbritannien und Frankreich stritten sich um die fischreichen Gewässer der Insel Jersey. Die britische Kanalinsel liegt 26 Kilometer vor der französischen Küste und wird daher besonders von französischen Fischern angesteuert. Noch. Durch den Brexit brauchen Schiffe der EU für den Fang nun Lizenzen. Blöd nur, dass Großbritannien die Bestimmung erst kurz vor Inkrafttreten dem Abkommen hinzugefügt hat. Die Franzosen sind sauer und drohen jetzt, der Insel die Stromzufuhr zu kappen – ganze 95 Prozent der Elektrizität gelangen über ein Unterseekabel aus Frankreich nach Jersey. Das wiederum regt das Vereinigte Königreich auf. Es behauptet, rechtmäßig gehandelt zu haben, schließlich habe es die Europäische Kommission informiert. Zu spät, sagt diese: Ein Tag vor Inkrafttreten sei nicht ausreichend.

Dabei war Jersey nie Teil des Vereinigten Königreichs und erst recht nicht der Europäischen Union, denn es gehört der britischen Krone. Dadurch ist Großbritannien für die Außen- und Verteidigungspolitik der Insel und ihre Gewässer zuständig. Die französischen Fischer wollen aber weiterhin dort Muscheln fangen. So blockierten im Mai etwa 50 französische Boote den größten Hafen von Jersey. Dazu gesellten sich zwei Kriegsschiffe der Royal Navy sowie zwei der französischen Marine. Eskaliert ist die Lage aber nicht. Vermutlich auch, weil die beiden Länder die Situation schon kennen. 2018 kam es vor der Mündung der Seine zu einem Scharmützel auf See. Es flogen Feuerwerkskörper und Steine.

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