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Studie

Falscher Name, kein Fußball

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Fußball hat als Breitensport eine enorme gesellschaftliche Bedeutung. Allein in Deutschland sind über sieben Millionen Menschen in rund 24.500 Vereinen des DFB organisiert – von Rekordmeister Bayern München in der Bundesliga bis zum FSV Traktor Kemnitz in der Kreisoberliga. Dabei können besonders Amateurvereine einen großen Beitrag zu Integration und sozialer Teilhabe leisten. Oft haben Menschen aus Einwandererfamilien aber schlechtere Chancen, wenn es um den Zugang zu Bildung, Arbeit, Wohnung und auch Freizeitaktivitäten geht.

Forschende von der Uni Zürich haben dieses Problem im Amateursport untersucht. Sie kontaktierten in 22 europäischen Ländern über 23.000 Amateurfußballvereine und erstellten dafür verschiedene E-Mail-Konten – einmal mit Namen, die für das jeweilige Land typisch sind, einmal mit »fremd klingenden« Namen, die eher untypisch sind. Die fremd klingenden Namen sollten dabei die jeweils drei größten ethnischen Minderheitsgruppen in den untersuchten Ländern repräsentieren. In Deutschland waren das türkische, italienische und polnische Namen.

Mindestens 1.500 Einzelbewerbungen wurden pro Land verfasst und dort ansässige Vereine um ein Probetraining gebeten. Immer in der Landessprache und immer mit einem identischen Text. Von den insgesamt 23.020 Anfragen wurden etwas mehr als 10.000 beantwortet. Dabei entfielen 5.729 Antworten auf die heimisch klingenden und 4.486 Antworten auf die fremd klingenden Namen. Somit hatten Menschen, die als fremd wahrgenommen wurden, eine rund zehn Prozent geringere Chance, zu einem Probetraining eingeladen zu werden. Zwischen den verschiedenen ethnischen Minderheitengruppen gab es keine nennenswerten Unterschiede, was die Anzahl der Rückmeldungen betrifft.

Die Niederlande hatten insgesamt die höchste Rückmeldequote, auch für Menschen mit nicht heimisch klingenden Namen. Schlusslicht war Serbien mit den wenigsten Rückmeldungen. In allen untersuchten Länder war die Rückmeldung für heimische Namen höher als für fremde. Die geringste Differenz wiesen dabei Irland, Frankreich und Portugal mit weniger als vier Prozentpunkten auf. Die höchste Differenz zwischen den Rückmeldungen gab es mit mehr als 20 Prozentpunkten in Kroatien, Ungarn und Österreich.

Wenn der Zugang zu Sportvereinen für Menschen aus Einwandererfamilien erschwert ist, können beispielsweise Amateurfußballvereine nicht ihr großes Potenzial bei der Integration entfalten. Ethnische Minderheiten haben so weniger Chancen auf soziale Interaktionen und knüpfen weniger Kontakte zur jeweiligen Bevölkerungsmehrheit.

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Fußnoten

  1. Gomez-Gonzalez, Carlos; Nesseler, Cornel; Dietl, Helmut: Mapping discrimination in Europe through a field experiment in amateur sport, in: Humanities and Social Sciences Communications, (8)2021, auf: nature.com.

Autor:innen

Ist seit 2020 Redakteur bei KATAPULT.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind aktuelle Berichterstattung, Rechtsextremismus, Umweltthemen sowie Fotos & Videos.

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