Coronavirus im Flüchtlingslager

Evakuiert die Camps!

Noch gibt es offiziell keine Corona-Infizierten im Flüchtlingslager “Moria” auf der griechischen Insel Lesbos. Schützen können sich die Geflüchteten nicht – kaum Wasser, zu wenig Platz. Hilfsorganisationen befürchten ein Massensterben.

vonJulius Gabele und Nelly Keusch
Veröffentlicht am 25.03.2020
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Die knapp 22.000 Geflüchteten im Camp bei Moria sind über die Gefahren des Coronavirus bestens informiert. Auch ihre Social-Media-Feeds sind voller Ratschläge: häufig Hände waschen, Social Distancing einhalten und Menschenmengen meiden. Befolgen können sie die Ratschläge jedoch nicht. Es gibt keine Seife und den wenigen Brunnen im Lager wird regelmäßig das Wasser abgestellt. Rund 170 Menschen teilen sich eine Toilette, knapp 250 eine Dusche. Vor den Sanitäranlagen bilden sich lange Schlangen, ebenso bei der Essensausgabe – das Lager ist komplett überfüllt. Ursprünglich war das Camp für rund 3.000 Menschen ausgelegt. Innerhalb des letzten Jahres hat sich die Zahl der Bewohner ungefähr vervierfacht. Aktuell leben rund 22.000 Geflüchtete im Lager und in den umliegenden Olivenhainen. Sie stammen vor allem aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und Palästina. Tessa Kraan, eine Fotojournalistin vor Ort, sagt gegenüber KATAPULT: Es besteht unter den Geflüchteten wenig Hoffnung, dass das Camp vor einem Corona-Ausbruch verschont bleibe oder die Verbreitung kontrolliert werden könnte.1

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