Zum Inhalt springen

Ocean Panel

Die Weltmeere als Klimaschützer

Von

Artikel teilen

14 Staaten haben sich dazu verpflichtet, ihre nationalen Gewässer nachhaltig zu bewirtschaften. Das Bündnis nennt sich Ocean Panel und hat einen Aktionsplan vorgestellt, der bis 2025 in Gang gebracht werden soll. Das mittelfristige Ziel ist der Schutz von rund einem Drittel der Weltmeere. Um dieses zu erreichen, müssten sich der Initiative in naher Zukunft aber noch weitere Staaten anschließen.

Die aktuellen Mitgliedstaaten verfügen zusammen über Meeresgewässer, die der Fläche des afrikanischen Kontinents entsprechen. Insgesamt macht diese jedoch nur knapp zehn Prozent der Weltmeere aus. Seit Inkrafttreten des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen 1994 dürfen Küstenstaaten einen Abschnitt von bis zu 200 Seemeilen vor ihrer Küste exklusiv bewirtschaften. Jenseits dieses Bereichs beginnen die Internationalen Gewässer - auch Hohe See genannt -, die von keinem Staat für sich beansprucht werden dürfen. Sie unterliegen den Normen und Gesetzen des Seevölkerrechts. Hier finden sich beispielsweise Regelungen zur Hochseeforschung und dem internationalen Schiffsverkehr. Auch der Schutz der maritimen Umwelt wird in Art. 145 adressiert. Die Ausführungen bleiben jedoch allgemein, handelt es sich doch um einen Gesetzestext und nicht um einen Maßnahmenkatalog. Für die Rechtsprechung im Bereich des Seevölkerrechts ist der Seegerichtshof verantwortlich. Er hat seinen Sitz in Hamburg.

Ohne Meere wird die Luft zum Atmen knapp

Warum ist der Schutz der Ozeane so wichtig? Durch Überfischung, Verschmutzung und Artensterben ist das ökologische Gleichgewicht der Meere bedroht. Ohne innovative und nachhaltige Bewirtschaftungsstrategien drohen drastische Konsequenzen. So sind etwa Meerespflanzen für die Hälfte der Produktion des Sauerstoffes verantwortlich, den Menschen atmen. Auf der anderen Seite sind die Weltmeere von großer Bedeutung für die angestrebte Reduzierung der Erderwärmung. Sie fangen aktuell über 90 Prozent der Wärme ab, die durch menschliches Handeln geschaffen wird und schlucken ein Viertel der globalen CO2-Emissionen.

Die Weltmeere sind darüber hinaus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie sind die Grundlage für Tätigkeiten in der Fischerei und dem Tourismus. Beides soll auch zukünftig möglich sein, so das Präsidium des Ocean Panel. Produktion und Nachhaltigkeit könnten Hand in Hand gehen.

Dieses wohlbekannte Versprechen, das mit Blick auf den Umbau zentraler Industriezweige häufig als “Green New Deal” bezeichnet wird, dürfte nicht ohne kritische Begleitung auskommen.

Aktuelle Ausgabe

KATAPULT ist gemeinnützig und unabhängig. Wir finanzieren uns durch Spenden und Abonnements. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.

KATAPULT abonnieren

Fußnoten

  1. Ocean Panel (Hg.): Transformations for a Sustainable Ocean Economy. A Vision for Protection, Production, and Prosperity, auf: oceanpanel.org (ohne Datum).
  2. Deutschlandfunk (Hg.): 14 Länder verpflichten sich zu stärkerem Schutz der Meere, auf: deutschlandfunk.de (2.12.2020).
  3. Ebd.
  4. Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Datenbank. Deutschland-Chronik. 16. November 1994, auf: bpb.de (ohne Datum).
  5. Enorm (Hg.): 14 Küstenländer verpflichten sich zum Schutz der Meere, auf: enorm-magazin.de (2.12.2020).
  6. Ocean Panel (Hg.): Transformations.
  7. Enorm (Hg.): 14 Küstenländer.
  8. Fischer, Eva et al.: Auto, Energie und Chemie: Was der Green Deal für Deutschlands wichtigste Branchen bedeutet, auf: handelsblatt.de (12.12.2019).

Autor:innen

Geboren 1986, ist seit 2020 Redakteur bei KATAPULT. Er hat Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg und Greifswald studiert und wurde mit einer Arbeit im Bereich politische Ideengeschichte promoviert. Zu seinen Schwerpunkten zählen die deutsche Innenpolitik sowie Zustand und Entwicklung demokratischer Regierungssysteme.

Neueste Artikel

Sie hätten eh nur 12 Jahre Zeit gehabt

Alexander Dobrindt (CSU) fordert, dass "Mobilfunknetze auch im Notfall funktionieren müssten". Er war in seiner Amtszeit im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur leider mit der PKW-Maut beschäftigt.

Töten oder kastrieren

Das empfehlen Wissenschaftler im Fachblatt »Biological Conservation«. Zumindest wenn es um die Nilpferde von Drogenbaron Pablo Escobar geht.

Dollarscheine bis ins All

Jeff Bezos besitzt 203,7 Milliarden Dollar. Mit seinem kleinen Weltraumausflug hat er letztlich nur etwa 0,5 Prozent seines Berges an Vermögen erreicht. Bleibt die Frage, wie sich das mit Bezos' Ego vereinbaren lässt.