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Immigration

Die Rechten ziehen in den Osten, Ausländer in den Westen

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Besonders wenig Ausländer leben in den neuen Bundesländern. Die Quote stieg zwar bundesweit um 6,8 Prozent gegenüber 2013, sie ist im Osten aber deutlich niedriger.

Brandenburg und Thüringen ziehen beispielsweise kaum Ausländer an. Lediglich 3,5 Prozent der Bevölkerung haben dort keinen deutschen Pass. In Berlin liegt die Quote bei über 16 Prozent.

Nur ein geringer Teil der Immigranten ist als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Die meisten sind aus beruflichen oder familiären Gründen nach Deutschland gezogen.

Deshalb kommen fast 60 Prozent aller in Deutschland lebenden Ausländer aus der EU. Der Großteil von ihnen sind Polen und Italiener, die in der Grenzregion arbeiten. Auf Platz eins der Herkunftsländer ist aber nach wie vor die Türkei. Insgesamt leben 1,6 Millionen Türken in Deutschland.

Die geringe Ausländerquote im Osten zeigt vor allem eines: Die neuen Bundesländer sind wirtschaftlich aber auch kulturell uninteressant. Wer in Deutschland leben möchte, zieht selbstverständlich in eine Region, in der er Arbeit findet.

Gleichzeitig meiden Einwanderer aber auch Regionen, die bekannt für ausländerfeindliche Ausschreitungen sind. Freiwillig wird ein Ausländer nur ungern nach Dresden ziehen wollen.

Andererseits leben rechte Politiker und ausländerfeindliche Bürger besonders gerne in Regionen, in denen wenig Ausländer wohnen. In Mecklenburg-Vorpommern ist ein großer Teil der rechten Szene aus dem Westen zugezogen.

Auf diese Weise hatte der ohnehin schon strukturschwache Osten einen zusätzlichen Import von Rechtsradikalen aus dem Westen zu verzeichnen.

Hetze, Rassismus, Nationalismus, Ausländerfeindlichkeit - all das, was den liberalen und demokratischen Werten widerspricht, konzentriert sich wieder besonders stark in den neuen Bundesländern.

Kurz: Die Rechten ziehen in den Osten und Ausländer leben lieber im Westen. Das ist problematisch. Das vereinte Land wird dadurch erneut getrennt - während der westliche Teil Deutschlands an den Idealen der Moderne festzuhalten versucht, driftet der Osten in mittelalterliche Strukturen ab. Gut ist das lediglich für die AfD.

Fußnoten

  1. Buchstein, Hubertus: Die NPD im Kommunalwahlkampf 2009 in Mecklenburg-Vorpommern, Greifswald 2010.

Autor*innen

Ist einsprachig in Wusterhusen bei Lubmin in der Nähe von Spandowerhagen aufgewachsen, studierte Politikwissenschaft und gründete während seines Studiums das KATAPULT-Magazin.

Aktuell pausiert er erfolgreich eine Promotion im Bereich der Politischen Theorie zum Thema »Die Theorie der radikalen Demokratie und die Potentiale ihrer Instrumentalisierung durch Rechtspopulisten«.

Veröffentlichungen:
Die Redaktion (Roman)

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