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Etymologie

Die Kümmeltürken aus Halle

»Kümmeltürke« – seit Jahrhunderten schon wird dieses Wort als Beleidigung verwendet. Mit der Türkei hat der Begriff allerdings nicht viel zu tun, die Gewürzpflanze wächst dort kaum.

von
Redaktion
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Veröffentlicht am 31.07.2019
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Kümmeltürken kommen stattdessen – der historischen Begriffsverwendung nach – aus Halle an der Saale. Und: Sie müssen dort auch zur Uni gehen. Denn mit diesem Wort bezeichneten die Hallenser Studenten im ausgehenden 18. Jahrhundert Kommilitonen, die aus dem Umland der Stadt stammten. Dort fanden sich zahlreiche Kümmelfelder, allerdings kaum mehr als das. Solche trostlosen, wenig erschlossenen Gebiete nannte der Volksmund »Türkei« – heute sind dafür beispielsweise Bezeichnungen wie »Pampa« oder »Walachei« gebräuchlich. Ihren Mitstudenten galten Kümmeltürken als eng­stirnig, da sie ihre eigene Heimat nie verlassen hatten und sogar ihre Fresspakete aus dem Elternhaus bekamen. Erst seit den 1960ern erhielt der Begriff eine ausländerfeindliche Bedeutung, als mit dem Anwerbeabkommen zahlreiche türkische Arbeitskräfte in die Bundesrepublik einwanderten.

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