Der Kolonialismus ist nicht vorbei
Die Karibik war die erste Region Amerikas, die von europäischen Staaten kolonisiert wurde – Kolumbus legte 1492 in Guanahani an, einer Insel der heutigen Bahamas. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert wurden 12,5 Millionen Afrikaner*innen versklavt, in die amerikanischen Kolonien verschleppt und dort in Goldminen oder auf den Zuckerrohr-, Kaffee- und Baumwollplantagen ausgebeutet. Nach der Abschaffung der Sklaverei importierte die Karibik erst Vertragsarbeiter*innen aus China, Indien oder den Philippinen. Tausende Arbeiter*innen wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich aus den europäischen Kolonien für den Wiederaufbau ihrer Volkswirtschaften rekrutiert. Ebenso viele aus US-amerikanischen Gebieten stellten wiederum die billige Arbeitskraft, die den Nachkriegsboom der US-Wirtschaft stützte.1