Bürokratie

94 Monate bis zur Genehmigung

Der Ausbau von Windkraftanlagen in Deutschland geht nur langsam voran. Viele Akteure verzögern den Prozess – teils mit Absicht.

vonJasemin Uysal und Alexander Fürniß
Veröffentlicht am 01.10.2022
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Nicht länger als sechs Monate – das versprach der damalige SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz kurz vor der Bundestagswahl 2021. So lange sollen Genehmigungsverfahren für Windräder höchstens dauern. Der Bundesdurchschnitt lag zuletzt bei fast acht Monaten, sagen zumindest die Länder.1 Das klingt gar nicht so weit entfernt. Oder? Das Problem: Die Fachagentur Windenergie, die die Anträge im Zeitraum von Januar 2018 bis August 2022 untersuchte, kommt zu ganz anderen Werten. Nach Angaben des von Bund, Ländern, kommunalen Verbänden, Zivilgesellschaft und Industrie für den Ausbau der Windenergie an Land gegründeten Vereins dauerten die Genehmigungsverfahren fast 23 Monate – also rund dreimal so lange. Sachsen ist das schnellste Bundesland. Dort dauert die Erteilung einer Genehmigung gut ein Jahr, während es in Hessen durchschnittlich mehr als 38 Monate dauert.2 Weit entfernt von Scholz’ Versprechen. Doch wieso unterscheiden sich die Zeitangaben?

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