Corona verzögert Cannabis-Produktion



Zuletzt beschlagnahmte die deutsche Polizei jährlich neun Tonnen gebrauchsfertiges Cannabis, um es zu vernichten. Zugleich lässt der deutsche Staat ab diesem Jahr Gras für medizinische Zwecke anbauen, doch für 2020 fiel die Ernte erstmal aus. 2019 gingen die entsprechenden Aufträge an potenzielle Hersteller,  eigentlich sollten ab Oktober 2020 jährlich 2.600 Kilogramm in Deutschland angebautes Cannabis für den medizinischen Gebrauch ausgeliefert werden.

Doch laut der Bundesregierung kam es wegen der Coronapandemie bei den Produktionsfirmen zu Verzögerungen, vor dem Frühjahr 2021 ist mit deutschem Cannabis im staatlichen Auftrag nicht zu rechnen. Die 28 Tonnen Medizinalcannabis, die laut der Cannabisagentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte für das Jahr 2020 benötigt wurden, mussten also komplett importiert werden. Das war auch schon in den vergangenen Jahren so. Die Importe kommen aus Kanada, den Niederlanden und Portugal.


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Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (Hg.): Drogen- und Suchtbericht, auf: drogenbeauftragte.de (10.2018).
Deutscher Bundestag (Hg.): Drucksache 19/22921, Antwort der Bundesregierung, auf: bundestag.de (29.9.2020).

Deutscher Bundestag (Hg.): Drucksache 19/21739, Antwort der Bundesregierung, auf: bundestag.de (19.8.2020).


15.10.2020
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