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100 Karten über Sex

Muss die da echt vorne drauf?

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Nein. Warum? Detaillierte Abbildungen von Penissen gibt es zuhauf, korrekt dargestellte weibliche Geschlechtsorgane oft noch nicht einmal in Biologiebüchern. Kein Scherz. In zahlreichen Lehrwerken ist beispielsweise die Klitoris nicht richtig eingezeichnet, oft nur angedeutet, viel zu klein – oder gar nicht.

Wo die Vulva bis jetzt auch keine große Rolle spielte? Genau, in der Medizin. Aufgrund falscher Idealvorstellungen unterziehen sich zahlreiche Frauen heute immer noch unnötigen Operationen. Sie glauben, ihre Vulvalippen seien zu groß oder nicht schön genug. Manchmal raten ihnen sogar Ärzt*innen zu solchen Eingriffen. Oft aus Unwissen, denn lange galten große Vulvalippen zu Unrecht als nicht „normal“. Dabei gibt es die Vulva in wahnsinnig vielen Erscheinungsformen. Forschende haben die äußeren und inneren Vulvalippen vermessen. Heraus kam: Sie sind zwischen gut einem und 18 beziehungsweise einem halben und zehn Zentimeter lang. Dies war die erste groß angelegte Studie zur Vulvavermessung - sie wurde 2018 veröffentlicht. Zum Vergleich: Die Frage nach der Penisgröße beschäftigt Wissenschaftler*innen bereits seit 1948.

Doch zur Sexualität gehört weit mehr als der Körper. Es geht um Liebe, Leidenschaft, Geschlechterrollen und Identität. Und um gesellschaftliche Normen. Lange galt in all diesen Bereichen wie selbstverständlich ein binäres Konzept von Mann und Frau. Die Wirklichkeit aber ist vielfältiger. Sie ist auch aromantisch, pansexuell oder transgender – einfach unfassbar divers und auf jeden Fall eines: nicht binär. Ziemlich viele Begriffe, die einen auch mal schnell überfordern können. Wir wussten auch nicht alles. Wollten es aber wissen. Anja hat recherchiert, dass schwule Männer in vielen europäischen Staaten keine Eizellspende erhalten, lesbische Frauen aber schon. Paty hat herausgefunden, dass Delfine masturbieren und ziemlich viele Tiere bisexuell sind. Alex hat zusammengestellt, in welchen Ländern Sexspielzeuge nicht verkauft werden dürfen – und wie diese Verbote trickreich umgangen werden. Nille zeigt, warum sich in Indien so viele Frauen sterilisieren lassen, und Conni? Die schreibt, warum die Klitoris eigentlich nur zum Spaß da ist.

Warum hier all diese Namen stehen? Weil ein Buch über Sex nicht allein geschrieben werden kann. Es müssen unterschiedliche Ansichten, Meinungen und Denkweisen einfließen, sonst bleibt der Blick auf die Sexualität eine ziemlich enger. Auch Prüdesein ist da erlaubt. Oder Sex einfach nicht abzufeiern – und ihn auch gar nicht erst zu haben.

Schlussendlich ist das ganze Team von der Vulva auf dem Cover überzeugt. Sie hat es sogar gleich mehrfach ins Buch geschafft. Sucht sie alle und schreibt uns die Anzahl an vulva@katapult-verlag.de. Wir verlosen Preise. Welche? Schlagt uns vor, was ihr wollt. Eine Pointe verraten wir euch gleich: Der G-Punkt ist eigentlich eine Zone. Wenn ihr die im Buch findet, schreibt uns auch. Die andere Seite des Covers ist übrigens eine Ansage: Die Fortsetzung dieses Buches schreiben wir auf Französisch, Finnisch, Griechisch, Schwedisch und Englisch, sowieso.

Dieses Buch enthält 100 großartige und manchmal skurrile Geschichten zum Thema Sex und Sexualität. Mit starken Karten und unterhaltsamen Visualisierungen ist dies ein Buch für all jene, die Sex mögen – oder nicht. Und für die, die noch Fragen haben – oder glauben, schon alles zu wissen.

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Autor:innen

Seit 2020 Redakteurin bei KATAPULT. Hat Journalismus und Kommunikation in Wien und Amsterdam studiert. Themenschwerpunkte sind Gesellschaftspolitik und feministische Themen. Macht auch Podcasts.

Geboren 1988, ist seit 2017 bei KATAPULT und Chefredakteur des KNICKER, dem Katapult-Faltmagazin. Er hat Politik- und Musikwissenschaft in Halle und Berlin studiert und lehrt als Dozent für GIS-Analysen. Zu seinen Schwerpunkten zählen Geoinformatik sowie vergleichende Politik- und Medienanalysen.

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