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„Gender smoking gap“

Unterschiedliches Rauchverhalten bei Männern und Frauen

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»Rauchen ist Männersache«: Was vor 100 Jahren als gesellschaftliche Norm galt, begann sich im Deutschland der 1920er Jahre aufzuweichen. In progressiven Kreisen gehörte Rauchen vermehrt auch für Frauen zum Alltag. Berühmtheiten wie Marlene Dietrich nutzten den Tabubruch bewusst zu Marketingzwecken und waren damit Vorbild für Millionen junger Frauen: Die Zigarette wurde zum Symbol der neuen, unabhängigen Frau.

Nach dem Krieg fand mit der fortschreitenden Emanzipation auch das Rauchen unter Frauen immer breitere Akzeptanz. Heute rauchen zwar weniger Deutsche als noch vor einigen Jahrzehnten, allerdings gibt es beinahe genauso viele Raucherinnen wie Raucher.

In vielen anderen europäischen Staaten zeigt sich ein anderes Bild. Insbesondere in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion ist Rauchen weiterhin Männerdomäne. In Georgien rauchen beispielsweise fast 60 Prozent der Männer, aber nur gut fünf Prozent der Frauen.

Schweden ist das einzige europäische Land, in dem Frauen statistisch gesehen öfter rauchen als Männer, wenn auch nur marginal (0,4 Prozentpunkte Unterschied). Einziges außereuropäisches Land mit einem höheren Anteil weiblicher als männlicher Raucher ist Nauru, ein Inselstaat mit etwa 10.000 Einwohnern.

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