Zum Inhalt springen

Istanbul-Konvention

Türkische Regierungspartei will aus der Istanbul-Konvention austreten

Von

Artikel teilen

Die türkische Regierungspartei will aus der Istanbul-Konvention austreten. Der Vertrag des Europarats soll Frauen vor Gewalt schützen. Die erste Konferenz fand 2011 in Istanbul statt, die Türkei ratifizierte die Konvention im Jahr 2012 als erster Staat. Seitdem haben alle Mitglieder des Europarats unterzeichnet, außer Aserbaidschan und Russland.

Einige konservative Staaten - darunter Ungarn und die Türkei - weigern sich strikt, die Schutzmaßnahmen umzusetzen. Dazu gehört beispielsweise, die Gleichstellung von Frauen und Männer in der jeweiligen Verfassung zu verankern oder Einrichtungen für Frauen mit Gewalterfahrungen zu schaffen. Die Staaten argumentieren, dass auch ohne die Konvention genügend Hilfsmaßnahmen und Rechtsnormen für Frauen realisieren können. Über den Austritt ist in der Türkei bisher aber noch nicht endgültig entschieden.

Im Jahr 2019 wurden 474 Morde an Frauen in der Türkei gezählt, die Gewalt nimmt laut türkischer Frauenrechtsorganisationen zu. Seit Wochen protestieren Frauen in der Türkei und fordern unter anderem Gesetze zum Schutz. Die konservative Regierung ist auf die Forderungen bisher nicht eingegangen. Im Gegenteil - ein Austritt aus dem Vertrag könnte eine Wende in der Gesellschaftspolitik bedeuten, befürchten Frauenorganisationen.

Aktuelle Ausgabe

KATAPULT ist gemeinnützig und unabhängig. Wir finanzieren uns durch Spenden und Abonnements. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.

KATAPULT abonnieren

Fußnoten

  1. Engler, David: Frauen in der Türkei: Der eine Mord zuviel?, auf: zeit.de (23.7.2020).

Neueste Artikel

Kulinarischer Wurstkampf

Lieber Blut und Mehl mit Rosinen oder doch lieber das Fleisch im Darm gekocht? Die Möglichkeiten sind grenzenlos!
Sanktionen gegen Empfänger:innen von Hartz IV sind okay, Sanktionen gegen Impfverweigerer werden als Einschränkung der Freiheit gesehen.

Einschränkungen für Hartz 4-Bezieher interessieren kaum jemanden

Nena hat "die Schnauze voll" von den Corona-Maßnahmen und überhaupt der gesamten Impfdiskussion. Weil die Freiheit beschnitten würde. So wie Nena denken übrigens auch die Querdenker:innen. Okay, aber haben die schon mal Hartz 4 bezogen?
Flowchart: Darfst du das N-Wort sagen? Antwort: Nein!

Wenn jemand fragt, ob er das N-Wort sagen darf

Annalena Baerbock hat in einem Interview das "N-Wort" ausgesprochen. Damit wurde mal wieder eine Debatte darüber ausgelöst, ob der Gebrauch des “N-Worts” rassistisch sei. Kurze Antwort: Ja! Baerbock hat sich übrigens entschuldigt.