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Brasilien

Neuer Präsident gut für den Regenwald, aber schlecht für die Feuchtsavanne

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Anfang des Jahres veröffentlichte das brasilianische Institut für Weltraumforschung Daten, die zeigen, dass die Abholzung im Amazonasgebiet 2023 im Vergleich zum Vorjahr um über ein Drittel zurückgegangen ist. Von 12.695 auf 7.665 Quadratkilometer. Das ist der niedrigste Wert seit 2018. Dass dieser Trend mehr als notwendig ist, darauf weist auch eine aktuelle Studie hin. Demnach ist der Amazonas-Regenwald so stark geschädigt, dass er sich bis 2050 in eine Savanne verwandeln könnte.

Lula, der bereits von 2003 bis 2011 Regierungschef war, hatte bei seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2023 verkündet, die illegale Abholzung des Regenwaldes bis 2030 stoppen zu wollen. Unter seinem Vorgänger Jair Bolsonaro war der Waldverlust zuletzt drastisch gestiegen. Lula will für eine großflächige Überwachung und Kontrolle der Abholzung sorgen und zusätzliche Naturschutzgebiete einrichten. Mit diesem Programm knüpft er an ein Projekt an, das er bereits vor über 20 Jahren während seiner ersten Amtszeit ins Leben gerufen hatte.

Was hierzulande jedoch weniger bekannt ist, ist der Cerrado. Dabei handelt es sich um eine Zone mit Feuchtsavannen, die südlich des brasilianischen Amazonasgebiets liegt und fast halb so groß ist. Mit 12.000 heimischen Pflanzen- und Tierarten gilt der Cerrado als artenreichste Savannenlandschaft der Welt. Und gerade dort hat die Zerstörung im letzten Jahr weiter zugenommen. Als Feuchtgebiet ist der Cerrado ein bedeutender CO2-Speicher, der gleichsam durch Land- und Viehwirtschaft bedroht ist. Zur Veranschaulichung: 2012 wurden hier etwa 60 Prozent des brasilianischen CO2-Ausstoßes freigesetzt, der durch Landnutzung entsteht.

Lula nach den jüngsten Erfolgen beim Regenwaldschutz als Heilsbringer von Natur und Klima zu feiern, ist also noch etwas verfrüht.

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