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Steuerhinterziehung

Lieber Staatshilfen bekommen als Steuern bezahlen

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Kürzlich durchsuchten 200 Beamte von Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung, Bundeskriminalamt und Bundespolizei fünf Büros des Deutschen Fußball-Bundes. Der Verdacht: Drei ehemalige und drei gegenwärtige Funktionäre des Verbands stehen im Zentrum der Ermittlungen. Sie sollen Erlöse aus der Bandenwerbung nicht korrekt versteuert haben. Konkret geht es um Werbeanzeigen, die bei Heimspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015 gezeigt wurden. Durch die falsche Abrechnung habe der DFB dem deutschen Staat 4,7 Millionen Euro Steuergeld vorenthalten.

Erst im April forderte DFB-Vizepräsident Rainer Koch finanzielle Unterstützung vom Staat für die 25.000 Amateurklubs. Anders als die Profi-Fußballvereine können Klubs in den anderen Ligen ihre Kosten nicht mehr decken. Ihnen fehlen die Zuschauereinnahmen. Der DFB könne seinen Vereinen jedoch finanziell nicht aushelfen, sagt Koch.

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Fußnoten

  1. Kistner, Thomas: Erstaunliche Großoffensive gegen den DFB. auf: sueddeutsche.de (7.10.2020).
  2. Süddeutsche Zeitung (Hg.): Koch fordert Staatshilfen für Amateurklubs, auf: sueddeutsche.de (5.4.2020).

Autor*innen

Ist seit Sommer 2019 Redakteurin bei KATAPULT. Sie ist Historikerin und schreibt vor allem über soziale und gesellschaftspolitische Themen.

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