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Italienische Malerinnen aufm Dachboden

Ist das von nem Mann oder kann das weg?

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In Florenz’ bekanntestem Museum, den Uffizien, hängen zahlreiche Kunstwerke, allesamt gemalt von Männern. Klar, denn Malerinnen gab es in der Renaissance nicht. Oder? Eben schon. Auf den Dachböden des Museums, in anderen öffentlichen Museen und Kirchen Italiens fand eine Stiftung seit 2009 über 2.000 Kunstwerke von Künstlerinnen. 70 verstaubte und fast vergessene Malereien wurden Stück für Stück teils aufwendig restauriert und ausgestellt. Auch das einzige bekannte Bild des Letzten Abendmahls, das von einer Frau gemalt wurde, ist wieder aufgetaucht. Die Künstlerin hieß Plautilla Nelli. Ihre Werkstatt befand sich in einem Kloster in Florenz.

Italien gilt als die Wiege der Renaissance, der Kulturepoche zwischen Mittelalter und Neuzeit. Frauen durften dort jahrhundertelang keiner künstlerischen Akademie beitreten, Talent hin oder her. Sie konnten den Beruf als Malerin nie offiziell ausüben und damit kein Geld verdienen. Das durften nur Männer. Die wenigen Frauen, die es dennoch taten, wurden schnell wieder vergessen und ihre Kunstwerke versteckt. Die Stiftung beendet ihre Arbeit im Juni 2021, weil ihr die finanziellen Mittel fehlen.

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Seit 2020 Redakteurin bei KATAPULT. Hat Journalismus und Kommunikation in Wien und Amsterdam studiert. Themenschwerpunkte sind Gesellschaftspolitik und feministische Themen. Macht auch Podcasts.

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