Grenzänderung
Ergaunerte EU-Subventionen?

Viele Regionen der Europäischen Union werden zerteilt, aus einer werden zwei. Wieso? Durch Grenzanpassungen können die Regionen mehr Geld von der Europäischen Union erhalten.

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Dabei bestehen solche EU-Regionen nicht aus jeweils einem Staat oder dessen Verwaltungseinheiten – Deutschland beispielsweise hat 16 Bundesländer, besteht aber aus 38 Regionen. Im Rahmen der europäischen Regionalpolitik stellt die EU insgesamt 50 Milliarden Euro für Projektfinanzierungen in einem Zeitraum von sieben Jahren zur Verfügung (aktuelle Periode: 2014 bis 2020). Je geringer das Bruttoinlandsprodukt einer einzelnen Region ist, desto mehr Hilfsgelder kann sie erwarten.

So entschieden letztes Jahr gleich drei Mitgliedstaaten, ihre Hauptstadt von der umliegenden Region abzuspalten. Budapest, Vilnius und Warschau wurden jeweils eigenständige Gebiete. Das Ergebnis waren wirtschaftlich starke Stadtregionen und viel schwächere Umlandregionen, die umfangreiche Förderungen beantragen konnten.



Für diese Art der Teilung gibt es allerdings einige Kriterien: So dürfen die Grenzen nur alle drei Jahre geändert werden. Die Gebiete müssen aus bereits bestehenden Verwaltungsbezirken zusammengesetzt sein. Die Bevölkerungszahl der neuen Region muss zwischen 800.000 und drei Millionen liegen und es müssen umfassende Statistiken zu Demographie und Wirtschaft vorgewiesen werden. Erst wenn alle Vorgaben erfüllt sind, kann die Anpassung von der EU abgesegnet werden.

Solche Grenzänderungen als Erschleichen von EU-Geldern zu deuten, ist jedoch zu kurz gedacht. Vielmehr bieten sie eine Möglichkeit, finanzielle Hilfe präziser auf bedürftige Gebiete zu verteilen.

Dieser Text erschien in der 14. Ausgabe von KATAPULT. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.

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Hinweis:
Die erste Karte (Aufteilung von EU-Regionen) wurde im Vergleich zur abgedruckten Karte verbessert, die zweite (EU-Regionen nach wirtschaftlicher Entwicklung) neu hinzugefügt.

 


01.08.2019

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