Zum Inhalt springen

Social Media

Algorithmen können keine Fremdsprachen

Von

Artikel teilen

Facebook und Co. versagen im Kampf gegen Extremismus und Hassrede. Das liegt auch daran, dass die Algorithmen, mithilfe derer die Social-Media-Betreiber ihre Seiten durchforsten, auf Basis westgermanischer Sprachen wie beispielsweise Englisch programmiert wurden. Je mehr sich die Struktur anderer Sprachen aber davon unterscheidet, desto hilfloser ist der Algorithmus.

Außerhalb westlicher Länder ist das Problem deswegen noch viel größer. Facebooks Warnsystem schlägt zum Beispiel dann Alarm, wenn eine »konkrete künftige Bedrohung« vorliegt. Aber was passiert, wenn eine Sprache gar kein Futur hat? So ist es etwa in Sri Lanka. Das dort gesprochene Sinhala kennt nur Vergangenheit und Nichtvergangenheit, berichtet der Forscher Yudhanjaya Wijeratne. Somit können die Systeme von Facebook drohende Gefahren in Sri Lanka nicht erkennen – und auch nicht davor warnen. Und das sei nur ein Beispiel von vielen.

Aktuelle Ausgabe

KATAPULT ist gemeinnützig und unabhängig. Wir finanzieren uns durch Spenden und Abonnements. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.

KATAPULT abonnieren

Autor:innen

Neueste Artikel

Was geht in Österreich?

Sebastian Kurz war der Superstar der österreichischen Konservativen. Jetzt ist er als Bundeskanzler zurückgetreten. Gegen ihn und seine engsten Mitarbeiter wird ermittelt. Die Vorwürfe sind gravierend und zeigen, wie er mithilfe von Bestechung und Korruption an die Macht kam.

Kein Tempolimit in Deutschland

Momentan laufen die Sondierungsgespräche zwischen SPD, den Grünen und FDP. Bei Thema Tempolimit wollen die Parteien scheinbar auf Tradition setzen - und nichts verändern.

Kein Frieden in Sicht

Seit November 2020 dauert der Bürgerkrieg in Äthiopien bereits an. Eine baldige Lösung erscheint unrealistisch. Was den Konflikt so kompliziert macht.