Zum Inhalt springen

Print 4

4.000

Artikel teilen

Verspüren Sie auch das Bedürfnis, uns für dieses Cover eine Mail mit dem Betreff: »Afrika ist kein Land!« zu schreiben? Wir haben die Karte vor zwei Jahren das erste Mal online veröffentlicht. Mein Eindruck: 84 Prozent der Betrachter fanden diese etwas andere Darstellung von Europa unterhaltsam und 16 Prozent richtig schlimm, weil Afrika ja gar kein Land ist. Vielleicht ist es auch andersherum. Auf jeden Fall hat uns die Idee, Länder umzubenennen, fast (im Sinne von kurz davor, aber dann doch nicht so ganz) berühmt gemacht. Heute sind wir das weltweit größte und erfolgreichste Magazin für Kartografik und Sozialwissenschaft. Und deshalb muss auch genau diese Europakarte genau jetzt zum einjährigen Print-Jubiläum von KATAPULT aufs Cover.

Als ich vor drei Jahren damit begann, mit zwei Freunden die Idee für KATAPULT auszuarbeiten, hat uns das Wirtschaftsministerium recht flott zwei Wirtschaftsberater aus Berlin geschickt. Gute Leute. Sie fanden unsere Karten genial und das wirtschaftliche Konzept so mittel. Das Wichtigste war ihnen aber, uns regelmäßig zu warnen, dass der Printmarkt am Ende ist und man eigentlich nur noch online erfolgreich sein kann: »Auf gar keinen Fall drucken!« Das war aber nicht die einzige Warnung. Auch müssten wir mit KATAPULT eigentlich nach Berlin ziehen, weil dort die Infrastruktur für Startups besser sei. Für den Beginn bräuchten wir zudem einige positive Referenzen, Leserkommentare oder Empfehlungsschreiben, am besten viele, damit auch glaubhaft ist, wie brillant das alles ist.

Also haben wir entschieden, KATAPULT zu drucken, in Greifswald zu bleiben und ausschließlich negative Leserkommentare zu veröffentlichen. Sicher ist sicher, und wer weiß, ob sich das Internet wirklich durchsetzt. Eine Karte gehört aufs Papier, in ein Magazin oder an eine Wand - immer! Das bleibt meine Sicht der Sachlage. Und Greifswald ist, ganz objektiv betrachtet, die schönste Stadt Deutschlands.

Sie lesen gerade das Editorial der vierten Printausgabe von KATAPULT. Das heißt, wir haben ein volles Jahr als Printmedium überlebt - ohne Geldgeber, ohne Investor, ohne Erspartes. Wie geht das eigentlich? Erstens arbeiten wir nebenbei auch als Grafikbüro und zweitens zahlen wir uns niedrige Gehälter. Das darf selbstverständlich nicht ewig so bleiben. Denn auch der idealistischste KATAPULT-Redakteur will irgendwann mal ganz normalen Lohn. Deshalb schreibe ich hiermit das neue Ziel für 2017 als Schlusssatz nieder: Wir brauchen für dieses Jahr 4.000 Abonnenten, bis jetzt haben wir 1.500.

Sie mögen unsere Karten und Artikel, und schätzen unsere Arbeit? Dann abonnieren Sie KATAPULT und unterstützen unsere Arbeit!

Autor*innen

Ist einsprachig in Wusterhusen bei Lubmin in der Nähe von Spandowerhagen aufgewachsen, studierte Politikwissenschaft und gründete während seines Studiums das KATAPULT-Magazin.

Aktuell pausiert er erfolgreich eine Promotion im Bereich der Politischen Theorie zum Thema »Die Theorie der radikalen Demokratie und die Potentiale ihrer Instrumentalisierung durch Rechtspopulisten«.

Veröffentlichungen:
Die Redaktion (Roman)

Neueste Artikel

Mehr Arbeit, weniger Gesundheit

Die Zahl der Stellen in Ministerien und Ämtern ist in den letzten Jahren stark gewachsen – um 22 Prozent in den letzten sechs Jahren.

Weniger Waldbaden, mehr Wald pflanzen!

Keine Ahnung vom Wald? Hatten wir auch nicht. Dann haben wir das beste Waldbuch der KATAPULT-Geschichte geschrieben. Ein Editorial.

Auf dem besten Weg zur Klimamusterstadt

Wien will CO2-neutral werden. Eine der Maßnahmen: Die Zahl der Autopendler:innen reduzieren. Und trotzdem: Viel mehr Geld steckt die Stadt in eine neue Stadtautobahn als Fördermaßnahmen für den Umweltschutz.