Studie
Hühner mögen hübsche Menschen

Einige Schönheitsideale verändern sich mit der Zeit und unterscheiden sich kulturell. Es gibt es aber auch Vorstellungen von Schönheit, bei denen sogar Einigkeit zwischen Mensch und Tier besteht. Von ELLA DAUM



Forscher der Universität Stockholm kamen zu dem Ergebnis, dass Hühner und Menschen die gleichen Schöheitsideale teilen. Für ihre Studie "Hühner bevorzugen schöne Menschen"1 erhielten sie den satirischen Ig-Nobel-Preis, der für ungewöhnliche Studien vergeben wird, die "Menschen zuerst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen".2

Bei ihrem Experiment legten die Forscher Hühnern verschiedene Fotos von menschlichen Gesichtern vor, die zuvor von Studenten auf ihre Attraktivität hin bewertet wurden. Für den Versuch wurden die Bilder mit Getreidekörnern bestreut. Das Ergebnis: Die Hühner pickten vor allem die Körner auf den als attraktiv bewerteten Fotos. Beide Versuchsgruppen wählten jeweils die Fotos mit besonders symmetrischen Gesichtern aus.

Die "Bevorzugungskurven" von Menschen und Hühnern deckten sich nahezu vollständig. Die Forscher nahmen deshalb an, dass sie die gleichen Schönheitsideale haben.

Um den derzeitigen Idealen zu entsprechen, lassen viele Menschen Schönheitsoperationen an sich vornehmen. 2015 wurden weltweit 18.561.509 Maßnahmen durchgeführt, davon 85,6 Prozent an Frauen.3 Unterschieden wird zwischen chirurgischen Eingriffen wie Fettabsaugen, Brustvergrößern und Augenlidstraffen und nicht-chirurgischen Eingriffen wie dem Spritzen von Botulinumtoxin (Botox) oder Hyaluronsäure. Botox wird zur Hautstraffung verwendet, Hyaluronsäure beispielsweise zur Modellierung von Lippen oder Auffrischung der Haut. Hühner hingegen bleiben so wie sie sind.



[1] Ghirlanda, Stefano; Jansson, Liselotte; Enquist, Magnus: Chickens prefer beautiful humans, in: Human Nature, H. 3, (13)2002, S. 383-389, URL: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs12110-002-1021-6 (20.01.2017).
[2] Vgl. URL: http://www.improbable.com/ig/2016/ (20.01.2017).
[3] Vgl. URL: https://www.isaps.org/Media/Default/global-statistics/2016%20ISAPS%20Results.pdf (20.01.2017).


20.01.2017
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Kommentare


Jakob Möller   01:02 Uhr 02.04.2017

Die Grafik stelkt sich mir sehr durch eine westliche Brille gesehn dar und in genau der spiegeln sich die Leute anderer Weltgegenden, d.h. sie filtern an sich die Eigenschaften heraus, die mit einem mittlerweile global dominierenden, aber ursprünglich westlichen Schönheitsideal nicht übereinstimmen: so z.B. Leute in Vorderasien ihre Nasen (aus konvex mach konkav, aus dick mach dünn), Leute aus Ostasien ihre Beine (aus kurz mach lang). Wer z.B. mal im Iran war während der vergangenen 20 Jahre, weiß um das Massenphänomen der NasenOPs, dagegen sind andere Behandlungen quantitativ eher nebensächlich.



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