Weltspendenkonto
Was kostet die Welt?
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Die Vereinten Nationen treffen sich vom 25. bis zum 27. September in New York, um die obersten Ziele der Menschheit zu diskutieren. Wie diese praktisch umgesetzt und finanziert werden können, erklärt JOACHIM° ACKVA



PEACE1 lässt in Großstädten von Heliumballons aus echtes Bargeld auf überraschte Passanten flattern. Die Geldregen-Aktionen symbolisieren Freude am Teilen, und dass es mehr Privatvermögen auf der Erde gibt als je zuvor.

"Wir, die 10 Prozent der Bevölkerung, besitzen 90 Prozent des Vermögens und verbrauchen nahezu 80 Prozent der Ressourcen", beschreibt Bundesminister Gerd Müller die globalen Verhältnisse.2 Er schließt seine Worte beim G7-Gipfel in Schloss Elmau: "Wir müssen neu teilen lernen."

Ein Tausendstel des Privatvermögens reicht aus
PEACE macht dafür einen konkreten Vorschlag: Was wäre, wenn wir ein Tausendstel unseres Privatvermögens in eine globale Gemeinschaftskasse legen würden? Ein Tausendstel entspricht bei 1.000 Euro Vermögen 1 Euro. Was persönlich kaum spürbar erscheint, summiert sich global zu einem enormen Wert: Ein Tausendstel des weltweiten Privatvermögens entspricht dem Hundertfachen regulären Jahresbudget der Vereinten Nationen. In US-Dollar ausgedrückt: 293 Milliarden.3 Läge ein solcher Betrag jährlich in einer globalen Gemeinschaftskasse, könnte er uns viele nützliche Dienste leisten und von mancher Gefahr befreien.

Ein Tausendstel ist für alle gleich. Für den Gemeinschaftsgeist bedeutet ein Cent von einem mittellosen Bürger ebenso viel wie die Million von einem Milliardär. Was hier zählt, ist das Miteinander in einer gemeinsamen Aufgabe.

Wie viele Menschen auf Anhieb diese Sichtweise teilen, brachte im Frühjahr 2015 eine multinationale PEACE-Umfrage in Erfahrung.4 Ergebnis der Hochrechnung: 9 Millionen Briten, 14 Millionen Russen, 21 Millionen Japaner, 38 Millionen Deutsche und 70 Millionen US-Amerikaner wären bereit, ein Tausendstel ihres Privatvermögens für das weltweite Allgemeinwohl zusammenzulegen. Natürlich lassen sich Umfrageresultate nicht 1:1 in die Realität übertragen. Doch sie zeigen eine Möglichkeit auf: Es gibt zweifellos eine Bereitschaft, ein Tausendstel in eine globale Gemeinschaftskasse einzuzahlen. Nur gibt es bislang kein solches Weltkonto.

Ein Konto für 7,2 Milliarden Menschen
Ein Weltkonto wäre ein neues Gemeinschaftskonto aller Menschen für die Lösung planetarer Aufgaben. Die Aufgaben sind klar. Sie tragen den Namen "Nachhaltige Entwicklungsziele der Menschheit".5 Über sie besteht weitgehend Konsens. Im kommenden September treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Erde in New York. Sie beschließen diese voraussichtlich 17 Ziele als richtungsweisend für die künftige weltweite Kooperation.6 Die Mittel eines Weltkontos würden in diese Ziele fließen, die sonst erfahrungsgemäß unterfinanziert und in weiten Teilen unrealisiert blieben.

Mit Geld allein ist es bekanntlich nicht getan. Finanzierung muss begleitet werden von "geeigneter Strategie, starkem öffentlichen Management und guten Durchführungskapazitäten", resümiert der unabhängige britische Thinktank "Overseas Development Institute" zentrale Erfahrungen der globalen Kooperation.7 Diese Rahmenbedingungen finden sich am ehesten unter dem Dach der Vereinten Nationen (UN). Sie bieten als weltweiter Staaten-Zusammenschluss eine vergleichsweise hohe Legitimation. Wichtige Aufgaben gemäß der UN-Charta sind die Sicherung des Weltfriedens, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit auch im wirtschaftlichen, sozialen und humanitären Bereich.

Die UN-Organisation hat allerdings bislang kaum eigene Kompetenzen und ist oft auf den guten Willen der Mitgliedsstaaten angewiesen. Unter anderem daran macht sich auch die Kritik vieler Beobachter fest. Gleichwohl sind die UN mit ihren Unterorganisationen die am häufigsten ausgezeichneten Friedensnobelpreisträger. Die PEACE-Umfrage (Motivaction NL) beinhaltete eine Teilfrage: "Es ist vorgesehen, dass ein solches Weltkonto von Menschen aus der ganzen Welt mitverwaltet wird. Welche Form des Bürgereinflusses auf ein UN-Weltkonto würden Sie bevorzugen?"

1. Eine weltweite Bürgervertretung aus entsandten nationalen Parlamentariern.
– Dafür: 11 Prozent

2. Eine weltweite Bürgervertretung aus "normalen" Menschen, die nach einem Zufallsverfahren ausgewählt werden.
– Dafür: 35 Prozent

3. Ein Weltkonto unterteilt in "Unterkonten" für jedes von den Vereinten Nationen beschlossene Ziel. Dadurch können Einzahler selbst entscheiden, welches Konto bzw. Ziel sie finanzieren möchten.
– Dafür: 54 Prozent


Die bisherigen Erkenntnisse erlauben eine Skizze eines möglichen Weltkontos:

1. Kuratorium
Beaufsichtigen könnte ein Weltkonto ein Kuratorium aus renommierten, erfahrenen und unabhängigen Persönlichkeiten. Diese Anforderungen erfüllen die UN-Generalsekretäre, die gemäß UN-Charta zur Emanzipation von jeglichen Abhängigkeiten verpflichtet sind. So könnten beispielsweise der amtierende und die ehemaligen UN-Generalsekretäre gebeten werden, dieses Gremium zu bilden. Zur Zeit wären dies Ban Ki-moon, Kofi Annan, Boutros Boutros-Ghali und Javier Pérez de Cuéllar.

2. Unterkonten
Für jedes von den Vereinten Nationen beschlossene Ziel bestünden Unterkonten. Einzahler bzw. Einzahlerinnen würden mit ihrer Überweisung über die von ihm oder ihr mitfinanzierten Ziele selbst entscheiden.

3. Verbindungsbüro
Dem Kuratorium würde ein Verbindungsbüro zur Seite stehen, das interne und externe Gremien zur Steuerung und Wirkungskontrolle koordiniert. Nutzbar wären bewährte Managementmodelle, z.B. das der Welthungerhilfe. Es ist für seine Transparenz ausgezeichnet und operiert weltweit mit 7,1 Prozent Marketing- und Verwaltungskosten (2013).

Wenn das jeder machen würde
Die Vereinten Nationen können die Basis für ein Weltkonto, nämlich die freiwillige Einzahlungsbereitschaft, selbst nicht schaffen. Ein Weltkonto muss vom einzelnen Menschen ausgehen.

Ein Weltkonto würde gemäß der Hochrechnung aus dem Stand über rund
70 Milliarden US-Dollar verfügen.



Ein Weltkonto würde gemäß der Hochrechnung aus dem Stand über rund 70 Milliarden US-Dollar verfügen. In einem vorsichtig kalkulierten Szenario, in dem nur jeder Zehnte der laut Umfrage Einzahlungsbereiten tatsächlich einzahlen würde, blieben rund 7 Milliarden US-Dollar. Das würde immer noch einen historischen Beitrag der Zivilgesellschaft darstellen. Er läge beispielsweise höher als das reguläre Jahresbudget der Vereinten Nationen (2,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015).

Freilich könnte auch mehr in ein Weltkonto fließen als die heute hochrechenbaren 70 Milliarden US-Dollar. Denn Einzahler in ein Weltkonto könnten gesellschaftlich begrüßt und in ihrem Gemeinsinn bestärkt werden. "Wenn der Glaube vorherrscht, dass die anderen kooperieren, dann ist die Kooperation jedes Einzelnen hoch; wenn der Glaube vorherrscht, dass die anderen nicht kooperieren, dann kooperiert tatsächlich keiner", fasst der Züricher Professor Ernst Fehr weltweite Studien zusammen.8 Der Spezialist für experimentelle Wirtschaftsforschung sieht diesen Effekt in allen gesellschaftlichen Bereichen und empfiehlt daher dringend, "Umgebungen zu schaffen, die Menschen in ihren altruistischen Anlagen bestärken"9.

Eigener Name als Werbeträger
Nur wie lässt sich Kooperationsbereitschaft glaubhaft machen? Hinweise dafür liefert wiederum ein Teil der Umfrage. Viele der Befragten finden es gut, die Einzahlungsbereitschaft mit einem kleinen Planetensymbol für Mitmenschen sichtbar zu machen. Wer die Gründung und Wirkung eines Weltkontos voranbringen will, verwendet demnach bei der Kommunikation ein Planetensymbol. Es signalisiert: "Ich wäre bereit, ein Tausendstel in ein künftiges Weltkonto einzuzahlen."

Je mehr Menschen das tun, desto mehr wird sich die Möglichkeit eines Weltkontos herumsprechen. So kann eine sich selbst fortpflanzende Bürgerbewegung rund um den Globus entstehen, die ein mediales Echo auslöst und in der Gründung eines Weltkontos durch die Vereinten Nationen mündet. Ein Weltkonto entstünde damit wohl schneller und aussichtsreicher als auf jedem anderen Weg.

Das Planetensymbol sollte kulturell neutral und unabhängig vom Kommunikationsmedium sein. Besonders eignet sich dazu das Gradzeichen (°). Idealerweise setzt man es hinter den Vornamen: z.B. Joachim° Ackva. Je nach Medium (Facebook, Twitter etc.) lässt es sich auch anderweitig im Text positionieren. Links und Likes können auf www.planetearthaccount.de oder -.org verweisen, wo die Erklärung des Planetensymbols zu finden ist.

Was passiert mit dem Geld
Sicher an einem Weltkonto wäre zunächst nur, dass man ein Tausendstel zu wagen hat. Alle Erwartungen darüber hinaus sind Spekulation. Bei der Beschäftigung mit einem gut dotierten Weltkonto wird jedoch rasch klar, dass es gleichzeitig in zahlreiche Ziele investieren könnte. Das würde eine Menge Geld sparen, denn Fortschritte in einem Sektor verbessern oft ohne Aufwand die Lage in einem anderen.

So profitieren Umwelt, Wirtschaft, Lebensqualität und Gesundheit gleichermaßen von besserer Energie-, Wasser- und Abwasserinfrastruktur. Bessere Gesundheit und Ernährung führen zu besseren Bildungsergebnissen. Bessere Bildung zeitigt wiederum mehr Gesundheit und Fähigkeiten. Je mehr Menschen gleichzeitig Lebensverbesserungen und eine glaubhafte Perspektive spüren, desto geringer ist die Gefahr von Rückschlägen. Und so weiter und so fort.

Solche Synergien verdeutlichen, warum ein integrierter Ansatz wie ein Weltkonto viel Aufwand und Probleme sparen könnte. Durch Co-Finanzierungen und Zuschüsse an Staaten und Investoren würde ein Weltkonto zudem seine Wirkung vervielfachen können.

Viele bedenkliche Trends ließen sich so im Sinne der Menschheitsziele beeinflussen. Einige Beispiele:

1. Weltweit zieht sich die Zivilgesellschaft kontinuierlich seit neun Jahren zurück. Im Jahr 2014 beispielsweise verloren per Saldo 28 Länder an bürgerlichen Freiheiten.10 – Ein Weltkonto wäre eine fulminante Rückkehr der Zivilgesellschaft auf die Weltbühne. Es könnte im Verlauf seiner Mittelvergabe gute Regierungsarbeit zum Wohle der Bürger mit steigenden Zuschüssen belohnen, so z.B. Länder fördern, die Korruption reduzieren, Menschenrechte umsetzen, Umweltressourcen produktiver nutzen, Wirtschafts- und Finanzmärkte stabiler regeln, die Sicherheit ihrer Bürger verbessern, wirksame Bildungs-, Versorgungs- und Steuersysteme einführen und illegale Kapitalflüsse hemmen.

2. Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger und banalen Gesundheitsstörungen.11 – Ein Weltkonto könnte zur Überwindung der extremen Armut ein globales Netz knüpfen. Ein UN-Bericht schätzt die benötigten Ausgaben dafür auf 66 Milliarden US-Dollar jährlich.12 Über eine Milliarde Menschen würden davon profitieren. Solch ein Existenzsicherungsprogramm könnte ähnlich wie das brasilianische "Bolsa Familia"-Programm z.B. mit Auflagen zu Schulbesuch und Gesundheitsversorgung der Kinder verknüpft werden. Auch der Mythos, dass die Rettung von Menschenleben zum Bevölkerungszuwachs beitragen würde, wäre damit beendet.

3. Seit 1970 halbierten sich auf der Erde jene Tierpopulationen, die das Gewebe der lebenserhaltenden Ökosysteme bilden.13 – Ein Weltkonto könnte den Schutz bzw. die nachhaltige Nutzung von Wäldern und Meeren finanziell belohnen oder an seine Mittelvergabe koppeln. Dies gilt insbesondere für den Schutz jener 2,3 Prozent der Erdoberfläche, die über 50 Prozent des verbliebenen Artenreichtums beherbergen (biologische Kernzonen).

4. Zwischen 2000 und 2010 verlor die Menschheit sechs Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Erde.14 – Ein Weltkonto könnte die erforderlichen Bodenschutzprogramme von rund 10 Milliarden US-Dollar jährlich mitfinanzieren, um den Verlust von fruchtbarem Boden und die Ausbreitung von Wüsten einzudämmen.

Fazit
Wirkkraft, Legitimation, Synergien und global sichtbarer Gemeinschaftsgeist könnten ein Weltkonto einzigartig machen. Risiko-Chance-Verhältnis: Versagt es aus irgendeinem Grund, ist ein Tausendstel des Privatvermögens "in den Sand gesetzt". Arbeitet ein Weltkonto hingegen planmäßig, bringt es viele Ziele der Menschheit kraftvoll voran. Wer es befürwortet, kann ein Planetensymbol ° bei der Kommunikation verwenden.


Am 19.06.2015 erschien Ackvas Buch "Es regnet Geld für ein Weltkonto. Die Tausendstel-Frage".



[1] PEACE steht für Planet Earth Account Community Enterprise.- Vgl. URL: http://www.planetearthaccount.de/, 19.06.2015.
[2] Kinkartz, Sabine: G7-Gipfel: Afrikas Spitzenpolitiker zu Gast, in: Deutsche Welle (08.06.2015), URL: http://www.dw.de/g7-gipfel-afrikas-spitzenpolitiker-zu-gast/a-18502381, 11.06.2015.
[3] Der von der 68. Generalversammlung am 27. Dezember 2013 beschlossene reguläre Haushalt der Vereinten Nationen für das Biennium 2014 bis 2015 (einschließlich des am 29.12.14 von der 69. Generalversammlung beschlossenen Nachtragshaushalts) beläuft sich auf 5,8 Milliarden US-Dollar, also auf 2,9 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Das offizielle Weltvermögen beträgt 263 Billionen US-Dollar. Hinzu kommen geschätzt 30 Billionen Offshore-Vermögen. - S. URL: www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Friedenspolitik/VereinteNationen/StrukturVN/Finanzen/Uebersicht_node.html, 15.06.2015; Credit Suisse Research Institute (Hrsg.): Global Wealth Report 2014, Zürich 2014, S. 4, S.15, URL: https://publications.credit-suisse.com/tasks/render/file/?fileID=5521F296-D460-2B88-081889DB12817E02, 15.06.2015; Shaxson, Nicholas; Christensen, John; Mathiason, Nick: Ungleichheit: Mehr als die Hälfte bleibt im Verborgenen (Oder warum die Ungleichheit größer ist als wir dachten), London 2012, S.6, URL: http://www.taxjustice.net/cms/upload/pdf/Deutsch/TJN2012_UngleichheitOffshore.pdf, 15.06.2015; Henry, James S., Tax Justice Network: Neue Erkenntnisse zum Preis des Offshore-Systems, London 2012, S.5, URL: http://www.taxjustice.net/cms/upload/pdf/Deutsch/TJN2012_KostenOffshoreSystem.pdf, 15.06.2015.
[4] Von den Marktforschungsunternehmen TNS und Motivaction (NL) wurde jeweils eine vierstellige Personenzahl pro Land befragt. Die Gruppe der befragten Länder umfasst rund die Hälfte des Weltprivatvermögens.- Ackva, Joachim°: Es regnet Geld für ein Weltkonto. Die Tausendstel-Frage, Norderstedt 2015, S. 73 ff.
[5] Liste der 17 Ziele auf: URL: www.planetearthaccount.de, 15.06.2015.
[6] Zur "Post-2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung" s. URL: http://www.bmz.de/de/was_wir_machen/ziele/ziele/millenniumsziele/index.html, 15.06.2015.
[7] Vgl. Greenhill, Romilly; Ali, Ahmed: Paying für Progress: how will emerging post-2015 goals be financed in the new aid landscape?, London 2013, S. 4f, (Overseas Development Institute Working Paper No. 366), URL: http://www.odi.org/sites/odi.org.uk/files/odi-assets/publications-opinion-files/8319.pdf, 15.06.2015.
[8] Fehr, Ernst zit. nach: Precht, Richard David: Die Kunst, kein Egoist zu sein, München 2012.
[9] Klein, Stefan: Was ist gerecht?, in: Zeit Online (22.07.2009), URL: http://www.zeit.de/2009/31/Klein-Fehr-31/seite-4, 15.06.2015.
[10] Freedom House (Hrsg.): Freedom in the World 2015, S. 1, URL: https://freedomhouse.org/sites/default/files/01152015_FIW_2015_final.pdf, 15.06.2015.
[11] Im Jahr 2013 starben 6,3 Millionen Kinder vor ihrem 5. Lebensjahr – alle fünf Sekunden eines. Forscher prognostizieren bei fortgesetzter Entwicklung, dass im Jahre 2030 weiterhin 4,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren unnötig sterben werden.- United Nations Children's Fund (Hrsg.): Committing to Child Survival – A Promise Renewed. Progress Report 2014, New York 2014, URL: http://www.unicef.org/philippines/APR2014_Sep2014.pdf, 15.06.2015; URL: http://www.unicef.de/presse/2014/eine-million-neugeborene-sterben-an-ihrem-ersten-lebenstag/56930, 15.06.2015; Liu, Li et al.: Global, regional, and national causes of child mortality in 2000-13, with projections to inform post-2015 priorities: an updated systematic analysis, in: The Lancet (31.01.2015), Vol. 395, No. 9966, S. 430-440, URL: http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2814%2961698-6/abstract, 15.06.2015.
[12] Report of the Intergovernmental Committee of Experts on Sustainable Development Financing: Final Draft, 08.08.2014, S. 10.
[13] WWF (Hrsg.): Living Planet Report 2014. Species and spaces, people and places, Gland/London/Oakland/Enschede 2014, S. 4, URL: http://wwf.panda.org/about_our_earth/all_publications/living_planet_report/, 15.06.2015.
[14] Immel, Karl-Albrecht; Tränkle, Klaus: Aktenzeichen Armut, Wuppertal 2011, S. 150 f.


23.06.2015

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Kommentare


Benjamin Fredrich   21:36 Uhr 01.07.2015

Hallo Olaf, ich stimme dir zu. Und wie findest du den Artikel?





Thorben   09:46 Uhr 01.07.2015

@olaf: \"grüner und oranger Einfärbuing\"? Ich sehe hier rot und blau... :-D





olaf   23:44 Uhr 30.06.2015

Balkendiagramme sind der Redaktion zu langweilig, na da sind 2 Kästen und eine Abbildung mit grüner und oranger Einfärbung gleich besser.





Joachim° Ackva   18:46 Uhr 25.06.2015

Sehr geehrter Herr Holm,

vielen Dank für Ihre Zustimmung und Kritik. Wie Sie eingangs schon bemerken, greift das Artikelformat zu kurz. Deshalb gibt es auch das Buch. Ihr Kommentar beleuchtet insbesondere zwei Fragen:

1. Ist die bisherige Arbeit der UN aus Sicht der UN-Charta als Erfolg zu werten?
2. Wie kann die operative Arbeit eines Weltkontos transparent und erfolgreich sein?

Zu 1.
Nach meinen Recherchen würde sich die Welt ohne die UN und insbesondere ohne ihre 17 Sonderorganisationen in einem erheblich schlechteren Zustand befinden. Die zu kleinen Erfolge im Sinn der UN-Charta haben vielfältige Ursachen. Dazu gehören z.B. mangelnde Unterstützung durch Mitgliedsstaaten, dadurch zu geringe Kompetenzen und finanzielle Ausstattung. Diese Punkte könnte ein Weltkonto ändern. Es geht dabei jedoch nicht um Art „Weltstaat“, der den Einzelstaaten Kompetenzen abnimmt. Im Gegenteil: Ein Weltkonto bekäme eine eigene Kraft direkt von uns Menschen. Mit dieser könnte es die einzelstaatlichen Kompetenzen im Sinne der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ fördern und stärken. Und darüber hinaus könnte es die zwischenstaatliche Zusammenarbeit fördern. Unsere heutige Erde ähnelt einem großen Mehrfamilienhaus. Ein Weltkonto wäre darin die bislang fehlende Gemeinschaftskasse für Instandhaltung und für mehr Gemeinsinn.

Zu 2.
Verlangen nach Transparenz ist zweifellos geboten, ähnlich wie bei einer sauberen Hausgeldabrechnung. Diese Forderung zwänge das Kuratorium, entsprechend zu handeln. Es stünde unter weltweit kritischer Beobachtung und spürte hohen Effizienz- und Transparenzdruck. Freilich würde man das Kind mit dem Bad ausschütten, wenn man wegen befürchteter Misswirtschaft ein Weltkonto von vorn herein ablehnt. Eine erste Einzahlung stellt naturgemäß immer einen Vertrauensvorschuss dar, dem sich ein Weltkonto als würdig erweisen müsste. Falls es das in grober Weise nicht täte, würden die Folgeeinzahlungen abnehmen und das Projekt hätte mit Recht keine nachhaltige Zukunft.
Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung für ein Weltkonto läge beim Kuratorium. Es wäre seine Sache, transparente, nachvollziehbare und erfolgreiche Arbeit zu gewährleisten. Ein bewährtes Management-Modell für die von Ihnen genannten operativen Entscheidungen ist im Artikel kurz erwähnt (Welthungerhilfe) und im Buch detaillierter beschrieben.

Herzliche Grüße

Joachim° Ackva





Rannug Holm   16:27 Uhr 23.06.2015

Sehr geehrter Herr Ackva,

Ich begrüße den Grundgedanken ihrer Ausführungen sehr. Allerdings greifen einige Punkte, zumindest aus dem kurzen Artikel hier meines Erachtens zu kurz. Sie schreiben selbst, mit Bezug auf das Overseas Development Institute, dass eine "Finanzierung von geeigneter Strategie, starkem öffentlichen Management und guten Durchführungskapazitäten begleitet werden muss.

Die Annahme, dass dieses realistischerweise unter dem Dach der UN zu finden sei, scheint jedoch fraglich.

Oder würden sie die Arbeit der UN hinsichtlich ihrer wichtigen Aufgaben gemäß der UN-Charta (Sicherung des Weltfriedens, Schutz der Menschenrechte) als Erfolg werten?

Selbst wenn man in allen Unterkonten ein pralles Budget zur Verfügung hätte - wer würde die nötige Arbeit vor Ort verrichten. Eigens angestellte UN-Entwicklungshelfer, oder lokale NGOs? Wenn die biologischen Kernzonen geschützt werden sollen, werden dann die entsprechenden Gebiete ausreichend gesichert? Stellt man den Nationalstaaten, in denen sich die biologischen Kernzonen befinden, Geld aus den Unterkonten zur Verfügung um den Schutz dieser zu gewährleisten? Wie möchte man verhindern, dass wenn man dieses Geld aus dem Weltkonto in die Hände anderer Organisationen oder Nationalstaaten gibt, es nicht für andere Zwecke verwendet wird? Welche Sanktionsmöglichkeiten gäbe es bei einem Fehlverhalten des Kuratoriums?

Die Basis für ein Weltkonto ist meines Erachtens nicht ausschließlich die Einzahlungsbereitschaft, sondern auch unbedingt transparente und nachvollziehbare Strukturen, die schlussendlich dort eine nachhaltige Entwicklung schaffen, wo es zur Zeit aus eigener Kraft schwierig erscheint. Ihre Idee scheint eine gut gemeinte Ergänzung zur Idee eines Weltstaates, wie ihn unter anderem Ottfried Höffe vorschlägt, zu sein. Und so sympathisch mir diese Ideen auch scheinen, so zweifelhaft erscheint mir doch die Umsetzung, wenn man sich nur auf solche Dinge wie die Einzahlungsbereitschaft konzentriert.



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